WIEN. Die nun fixierte Kapitalerhöhung bei der mehrheitlich staatlichen Verbundgesellschaft wird kontrovers diskutiert. Während die Wirtschaftskammer und die E-Wirtschaft die Maßnahmen begrüßen, sind Umweltdachverband, Anlegerschützer und SPÖ Oberösterreich skeptisch.
WKÖ-Chef Leitl bezeichnete die Kapitalerhöhung des Verbund als wichtigen Impuls für die Konjunktur und die Versorgungssicherheit von Österreichs Betrieben und Privathaushalten. Die 510 Millionen Euro, die die Republik bei der Kapitalerhöhung in die Hand nimmt, löse rund 2,4 Milliarden Euro an Investitionen in Wasser- und Gaskraftwerke sowie den Netzausbau aus.
Der Umweltdachverband stößt sich daran, dass vor allem in Wasserkraftwerke investiert werden soll, die umstritten seien. Das ist freilich bemerkenswert, weil ausgerechnet der grüne Energielandesrat Oberösterreichs, Rudi Anschober, am geplanten Speicherkraftwerk Jochenstein bisher nichts Anstößiges gefunden hat.
Intensive Diskussionen gibt es darüber, ob die weiteren Verbund-Aktionäre Wien Energie und EVN sich ihre Zustimmung zur Kapitalerhöhung mit Nebenabsprachen abkaufen ließen. Dies würde Kleinanleger benachteiligen, sagt Anlegerschützer Wilhelm Rasinger. Oberösterreichs SPÖ-Chef Josef Ackerl sagte, es dürfe bei der Kapitalaufstockung „keine Zusatzvereinbarungen hinter den Kulissen geben“. Sollten doch irgendwelche Deals hinter der Einigung der Regierungsparteien auf die Kapitalmaßnahme stecken, „dann müssen die Details für die Öffentlichkeit offengelegt werden“.
Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber dagegen sagt, es gebe im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung keine Absprachen mit Wien Energie und EVN über Anteile an Kraftwerken. Allerdings ist es kein Geheimnis, dass der Verbund bereit ist, bis zu 30 Prozent an seinen 13 bayerischen Innkraftwerken zu verkaufen, die um eine Milliarde Euro von der deutschen E.On erworben wurden.
Thermische Sanierung, öffentliche Verkehrsmittel gratis, Energiesparmaßnahmen,...
„Mir ist der Mathe-Test voll leicht vorgekommen“
Investoren verlieren Vertrauen in Euro: „Austritt Griechenlands in aller Munde“
Gmunden will heute in Klosterneuburg ein Entscheidungsspiel erzwingen
Brückner: „Man muss eine dicke Haut haben“