Drei Privatstiftungen statten den Kirchdorfer Automobilzulieferer zu gleichen Teilen mit frischem Kapital aus. Dies sind die B.F.H.-Stiftung, die dem früheren Ebewe-Geschäftsführer und Gesellschafter Friedrich Hillebrand gehört.
Die zweite Stiftung heißt Invicta. Hinter der steht Peter Bertalanffy, Hillebrands Schwiegervater. Der Gönner machte im März Schlagzeilen, als seine Stiftung der jungen österreichischen Elite-Uni in Gugging zehn Millionen Euro schenkte.
Der dritte Anteilseigner ist der Sprecher der Gruppe, der Wiener Anwalt Karl Grigkar, ebenfalls an der Ebewe beteiligt. Diese ging für mehr als 900 Millionen Euro im Mai des Vorjahres an die Generika-Sparte des Pharmariesen Novatis.
Für den Druckgussteile-Hersteller mit 55 Millionen Euro Umsatz sind die neuen Eigentümer die rettende Medizin. Bei Kunden wie VW, Audi oder BMW gab es Erfolge. Operativ schreibe der Zulieferer positive Ergebnisse. „Die Altlasten haben aber die Firma fast erdrückt“, sagt Geschäftsführer Christian Bauer.
Ein Eigentümerwechsel im Jänner dieses Jahres, als Aufsichtsräte einen Finanzinvestor aus Luxemburg ablösten, brachte keine Entspannung. „Die Gesellschafter brachten kein Eigenkapital auf“, sagte Bauer.
Zuletzt spitzte sich der Liquiditätsengpass erneut dramatisch zu. Derzeit meldet der KSV Inkassoaufträge gegen das Kirchdorfer Unternehmen um fast 400.000 Euro. Die Bonitätsbewertungen sind entsprechend schlecht. In weniger als vier Wochen wurde jetzt mit den rettenden Investoren eine Lösung gefunden: Die Stiftungen bringen einen zweistelligen Millionenbetrag an Eigenkapital ein. Neue Kreditlinien gibt es von der Raiffeisen Landesbank OÖ, mit der die Neo-Eigentümer schon bisher gute Kontakte hatten.
„Wir glauben daran“
Grigkar sagte zu den Gründen für den Einstieg: „Das Geschäftsmodell ist interessant. Wir glauben an das große Know-how und sehen viel Entwicklungspotenzial.“ Außerdem habe man als Stifter auch eine Verantwortung, schließlich seien 550 Arbeitsplätze auf dem Spiel gestanden.
Der Anwalt sichert zu, es werde weiteres Geld zur Verfügung gestellt. „Mit früheren Eigentümern hat man ja nicht immer gute Erfahrung gemacht“, sagt Grigkar. Operativ würden die neuen Gesellschafter nicht tätig. Das Management bleibt am Ruder.
Wenn man die Hintergründe kennt, dass das Unternehmen eigentlich "immer" mit Gewinn arbeitete und die letzten Eigentümer nur auf das Geld aus waren (Pensionsfond,...) darf es niemanden wundern...
Das Schlimme: der Belegschaft wird / wurde immer vorgelogen, dass das Unternehmen schlechte Daten aufweist. Im Hintergrund lief bei zumindest einem Eigentümer über die Holding ein mehrerer 100Mio Kredit, den die Firma natürlich abzahlen musste...so erzählte man...
So wie man hört ist der jetzige CEO noch schlimmer als einer seiner Vorgänger (mit italienischem Hintergrund), der bei Eigentümerwechsel fluchtartig das Unternehmen verlassen musste.
Mich wundert es nur, dass bei diesen fragwürden Ereignissen den Mitarbeitern gegenüber der Betriebsrat so schwach ist und - so macht es den Anschein - eher das Management vertritt als die Mitarbeiter...
Ich kann den beiden anderen Kommentaren nur vollinhaltlich zustimmen. Weiters verstehe ich nicht warum die alten Eigentümer kein Geld zugeschossen haben, wo sie doch erst vor kurzem das Unternehmen übernommen haben und sich der Situation bewusst sein mussten. Sonderbar ist außerdem dass in den letzten Monaten so viele Mitarbeiter das Unternehmen, unter teils merkwürdigen Umständen – wie man hört - verlassen haben. Für mich völlig unklar ist auch, warum Geld in Sponsoring von tschechischen Schispringern gesteckt wird und das Unternehmen gleichzeitig um Landeshaftungen (Steuergelder !!!)ansucht und um das Überleben ringt. Es bleibt nur zu hoffen, dass die neuen Eigentümer den Ernst der Lage erkannt haben und vielleicht doch noch das Ruder herumreissen können. Dies hoffe ich im Sinne aller Arbeitnehmer in der Region. Ich persönlich habe Zweifel, ob das derzeitige Management dieser Aufgabe gewachsen ist.
Leute in dieser Firma(vom Arbeiter bis zum Manager) die so weiter arbeiten wollen wie vor 20Jahren. Ich selbst war insgesamt über 15 Jahre in diesem Betrieb tätig, habe aber(so wie manch andere auch) das Handtuch geworfen da dieser "Karren" sowas von im Dreck steckt das es anscheinend langfristig keine Hoffnung gibt.
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