LINZ. Seit April gelten neue Richtlinien für Arbeitsstiftungen. Schon vor deren Inkrafttreten warnten Stiftungsträger, dass die Umstellungen wenig praxisgerecht seien und diese das Aus für Umschulungen auf konkrete Jobs bedeuten würden. Tatsächlich sind die betroffenen Sparten in einzelnen Stiftungen innerhalb von drei Monaten um die Hälfte eingebrochen. Die Richtlinie wird jetzt geflickt.
Arbeitsstiftungen sind mit Erfolgsquoten von rund 90 Prozent die erfolgreichste, aber auch eine teure Variante, Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen. Mit 45 Stiftungen gibt es bundesweit die meisten in Oberösterreich.
Im Prinzip funktioniert das betroffene Modell so: Ein Betrieb hat eine Position frei. Ein arbeitsloser Arbeitnehmer würde den Job gerne machen, kann die Anforderungen aber nicht erfüllen. Er oder sie wird in einer Stiftung genau für dieses Jobprofil geschult.
Nach der gültigen Richtlinie ist die praktische Ausbildung auf drei Monate limitiert. „Das war für viele Betriebe nicht attraktiv“, bestätigt die Chefin des Landes-Arbeitsmarktservice, Birgit Gerstorfer. „Wir haben uns mehr Fallzahlen erwartet.“ 117 Schulungen wurden nach dem neuen Modell gestartet. Wie groß das Minus damit ist, will Gerstorfer nicht beziffern.
Die Alustiftung Braunau und die Salzkammergut-stiftung melden Einbrüche von jeweils 50 Prozent. Damit ist in den Kernpunkten genau das eingetreten, wovor die Arbeitsstiftungen gewarnt haben.
Gerstorfer geht davon aus, mit der Lockerung des strengen Reglements „annähernd das Volumen des Vorjahres zu erreichen“. Konkret darf die praktische Ausbildung im Betrieb künftig wieder doppelt so lange wie die Theorie-Kurse dauern.
Bis die adaptierte Regel in Kraft tritt, dauert es aber noch. In Oberösterreich haben zwar alle Sozialpartner zugestimmt. Doch auch der Verwaltungsrat in Wien muss seinen Segen erteilen. Dieser lässt auf sich warten. In Aussicht gestellt war der 6. August. Urlaubsbedingt fehlt noch immer eine Unterschrift, so dass erst Anfang September die erwartete Novelle gültig werden dürfte. „Weil wieder verschoben wird, verzögern sich bei uns konkrete Ausbildungen“, heißt es aus einer Stiftung entnervt.
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