Am Freitag meldete der französische Total-Konzern einen gewaltigen Umsatz- und Gewinnanstieg. Der bereinigte Überschuss legte von 1,7 auf 2,96 Mrd. Euro zu, ein Plus von 74,1 Prozent. Unternehmenschef Christophe de Margerie zeigte sich zufrieden und kündigte sogar eine Zwischendividende an.
Noch besser lief es beim kalifornischen Ölriesen Chevron, der sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf unterm Strich 5,4 Mrd. Dollar (4,1 Mrd. Euro) verdreifachte. "Wir hatten ein weiteres erfolgreiches Quartal", brachte es Chevron-Chef John Watson auf den Punkt.
Ölpreise gestiegen
Der Hintergrund: Mit der wirtschaftlichen Erholung stiegen auch die Ölpreise: Ein Fass der US-Sorte WTI war vor einem Jahr teils noch für unter 60 Dollar zu haben. Aktuell können Chevron und seine Rivalen es für fast 78 Dollar losschlagen.
Auch bei ExxonMobil ließen die gestiegenen Ölpreise den Gewinn sprudeln. Der weltgrößte Energiekonzern verdiente laut Angaben vom Donnerstag im zweiten Quartal unterm Strich knapp 7,6 Mrd. Dollar - fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.
Der größte europäische Ölkonzern Shell schaffte im zweiten Quartal ebenfalls fast eine Verdoppelung seiner Gewinne. Die Erträge kletterten auf 4,5 Mrd. Dollar, nach 2,3 Mrd. Dollar vor einem Jahr.
Schlechtes Image schadet Gewinnen nicht
Die guten Geschäfte fallen in eine Zeit, in der die ganze Branche sehr kritisch beäugt wird. Die von BP zu verantwortende Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat die Frage aufgeworfen, ob Tiefseebohrungen noch vertretbar sind. Die US-Regierung hat die Bohrungen vorläufig verboten, in anderen Teilen der Welt laufen sie ungehindert weiter.
Um künftige Katastrophen zu verhindern und das Image aufzupolieren, hat sich Chevron mit seinen Konkurrenten ExxonMobil, ConocoPhillips und Shell zusammengetan. Gemeinsam wollen sie ein Notfallsystem aufbauen. Chevron wird neben Exxon auch als möglicher Käufer für die gestrauchelte BP gehandelt.
Tiefrote Zahlen für BP
Der britische Konzern hatte bereits am Dienstag tiefrote Zahlen vorlegen müssen: Erstmals seit 1992 stand zu einem Quartalsende ein Minus in der Bilanz: Von März bis Juni häufte BP einen Rekordverlust von 17,1 Mrd. Dollar an. Die weiteren Kosten der Ölpest-Bekämpfung und Schadensersatzansprüche dürften die Bilanz über Jahre belasten - der arg kritisierte Vorstandschef Tony Hayward verkündete seinen Rücktritt.
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