ePaper  | iPad | 
Anmelden
 |  A A A

 
Mittwoch, 8. Februar 2012, 21:51 Uhr Linz  -7°C ·  Reichenau/Mühlkreis  -11°C ·  mehr Wetter »
Startseite  > Wirtschaft

Erste Group will Staatshilfe schon im nächsten Jahr zurückzahlen

WIEN. Die Erste Group will das staatliche Partizipationskapital offenbar so schnell wie möglich zurückzahlen. Das könnte schon im nächsten Jahr der Fall sein. Im ersten Halbjahr 2010 musste das Institut einen leichten Gewinnrückgang verbuchen.

Sobald im Spätherbst klar ist, welche neuen Kapitalvorschriften auf die Banken zukommen und damit auch der zukünftige Kapitalbedarf der Erste Group feststeht, will Erste-Generaldirektor Andreas Treichl mit dem Finanzministerium über die Rückzahlung verhandeln, kündigte er gestern bei der Präsentation der Halbjahresbilanz an.

Er sei überzeugt, dass die Gruppe stark genug sei, auch unter den neuen Bestimmungen („Basel III“) ohne das staatliche Partizipationskapital auszukommen. Das Institut hatte im Vorjahr 1,2 Milliarden Euro vom Staat bekommen.

Bisher hieß es seitens der Erste Group, man werde das Geld „vor 2014“ und in Tranchen zurückzahlen. Gestern sagte Treichl: „Wenn es so aussieht, dass wir es 2011 im Ganzen zurückzahlen können, werden wir es im Ganzen 2011 zurückzahlen.“

Kritik übte Treichl an der ungarischen Bankensteuer. Diese sei „auf jeden Fall überproportional“. Ein halbes Prozent der Bilanzsumme wie in Ungarn könne nur mit sehr freundlichen Augen als Steuer bezeichnet werden. Treichl zufolge droht einigen Banken in Ungarn deshalb Verlust. „Das ist dann keine Steuer, sondern eine staatliche Kapitalentnahme“, sagte Treichl. Sein Institut muss in Ungarn voraussichtlich 37 Millionen Euro Bankensteuer zahlen.

Verständnis für Profumo

Treichl kann verstehen, dass die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit wegen der österreichischen Bankensteuer Wien als Standort der Osteuropa-Zentrale des Konzerns in Frage stellt. UniCredit-Chef Alessandro Profumo hatte am Mittwochabend in Wien erklärt, seine Gruppe werde wegen der Steuerpläne der österreichischen Regierung über Wien als Osteuropa-Zentrale „nachdenken“ müssen.

Für die Erste Group komme eine Abwanderung nicht in Frage. Sein Institut sei seit 190 Jahren in Wien. Die Wirtschaft in diesem Land sei so stark, dass sein Haus fast jede Politik aushalte. Falls die Bankensteuer insgesamt tatsächlich 500 Millionen Euro betragen werde, dann müsste die Erste mit rund 100 Millionen Euro rechnen.

Im ersten Halbjahr verdiente die Erste Group 471,9 Millionen Euro, um 4,1 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Rückgang resultiert in erster Linie aus höheren Risikovorsorgen.

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Artikel 31. Juli 2010 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern

Bild: OÖN Grafik

Neuen Kommentar schreiben

Betreff / Kommentartitel
Kommentartext:

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben

Bitte beachten Sie die Forumsregeln


  Für nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.
Gewünschter Benutzername

Gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

OÖNcard


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 - 2? : 


Meistgelesene Artikel   mehr »