Nach heftigen Protesten aus der Wirtschaft und zahlreichen Gesprächen mit der Politik dürfte das Wasserschongebiet Scharlinz nicht so drastisch erweitert werden, wie im ursprünglichen Entwurf vorgesehen. Konkret heißt das, dass statt 5000 Unternehmen (mit 32.000 Mitarbeitern) nur noch 3000 Unternehmen (mit 18.000 bis 20.000 Mitarbeitern) betroffen sein dürften, teilt die Wirtschaftskammer Oberösterreich auf Anfrage mit.
Betriebe dürfen wachsen
Der Kompromissvorschlag garantiere außerdem, dass Unternehmen wegen des Schongebiets keine Einschränkungen bei Betriebserweiterungen entstehen, versichert Umweltlandesrat Rudi Anschober: „Das ist Sicherheit für die Zukunft.“
Wenn die üblichen Genehmigungsverfahren durchlaufen seien, werde automatisch auch das Verbot der Erweiterung oder Errichtung von Betrieben fallen (im Gegensatz zur Erstvariante). Es werde keine zusätzlichen Genehmigungsverfahren, aber die gleichen Wasserschutz-Standards geben wie bei den anderen Wasser-Versorgungsbereichen von Linz.
Die Größe des Schongebiets wird um 60 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Plan reduziert, sagt Anschober. Das Wasserschongebiet Scharlinz reicht im aktuellen Entwurf nicht mehr bis zum Flughafen, der somit samt Kaserne auch ausgeklammert ist. Die Schutz-Kernzone hingegen bleibt unverändert mit 50 Hektar in Leonding und rund 35 Hektar in Linz, so die WKOÖ.
Dennoch ist die Wirtschaftskammer nicht zufrieden mit dem Kompromissvorschlag. „An der Grundproblematik hat sich nichts geändert“, erklärt WKOÖ-Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger. Die Politik wolle, so die Kritik, das Schutzniveau im industriellen Ballungsraum so hoch heben wie in extensiv genutzten Räumen, was praktisch nicht umsetzbar sei. Vielmehr solle man das gesamte Wassernetzwerk der Linzer (Scharlinz, Plesching, Goldwörth, Haid, Fischdorf und Heilham) im Blick haben, nicht einzelne Entnahmestellen. Wenn eine ausfalle, könnten die anderen die Versorgung gewährleisten.
Unklarheiten beseitigen
In den kommenden Wochen will Anschober mit der Wirtschaftskammer und den betroffenen Firmen noch Gespräche führen, um Unklarheiten zu beseitigen. „Wir schaffen es hier, Ökologie und Ökonomie unter einen Hut zu bringen.“ Was noch fehlt, ist ein klares Bekenntnis der Stadt Linz zu diesem Entwurf. Anschober: „Das erwarten wir in den nächsten Wochen.“
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