BRAUNAU/LENZING. Der Kristallgläser-Hersteller Walther Glas in Braunau, ehemals Inn Crystal, ist insolvent. Über das Vermögen wurde gestern am Landesgericht Ried das Sanierungsverfahren eröffnet, teilten KSV und Creditreform mit. Die Passiva belaufen sich auf 9,74 Millionen Euro, die Aktiva auf 3,58 Millionen Euro. Es handelt sich um ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung, Ziel ist die Fortführung des Unternehmens.
Bereits 2007 war die Inn Crystal Glass Produktions GmbH in die Insolvenz gerutscht. Die deutsche Walther Glas hat die Betriebsstätte um 5,5 Millionen Euro erworben und dafür die Walther-Glas Austria GmbH gegründet.
Die Organisation wurde daraufhin erheblich verschlankt, die Vertriebsaktivität zur Walther-Glas GmbH & Co KG nach Bad Driburg (Deutschland) verlagert. 2009 machte das Unternehmen einen Umsatz von etwa 15 Millionen Euro. Produziert werden 55.000 Kelchgläser aus Kristallglas pro Tag.
Die Nachfrage-Einbrüche in der Wirtschaftskrise brachte die Firma allerdings erneut in Schwierigkeiten. Dazu kam im März 2010 ein technischer Defekt: Nach dem Durchbruch der Kristallglas-Schmelzwanne musste die Produktion zur Reparatur für mehrere Wochen stillgelegt werden. Der Schaden belief sich auf 500.000 Euro. Die Versicherungsentschädigung ist laut KSV noch ausständig. Der nächste Schlag folgte erst diese Woche: Montagnacht brach wieder der Schmelzofen durch. Die hohen Reparaturkosten werden die Liquidität weiter belasten.
Laut dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens sollte die Wanne, das „Herzstück der Produktion“, bis Ende 2010/Anfang 2011 erneuert werden. Die dafür erforderlichen Mittel will die Firma über die Entschuldung im Sanierungsverfahren und „Finanzhilfe nahestehender Unternehmen“ beschaffen.
Ob alle 155 Mitarbeiter weiterbeschäftigt werden können, ist noch unklar. Gläubiger können noch bis 8. September ihre Forderungen anmelden. Den 147 betroffenen Gläubigern wird in dem Sanierungsverfahren eine 20-Prozent-Quote angeboten.
Photoplay-Automaten pleite
Ebenfalls zahlungsunfähig ist der Spielterminal-Hersteller funworld in Lenzing mit 80 Mitarbeitern. Geschäftsführer Josef Öhlinger kündigte gestern an, „in den nächsten Tagen“ Insolvenz anmelden zu müssen. „Die deutlichen Umsatzrückgänge in der Krise haben sich im ersten Halbjahr 2010 vor allem in unseren wichtigen Märkten Griechenland und Deutschland noch verstärkt“, begründet Öhlinger diesen Schritt. Gespräche mit einem strategischen Investor waren erfolglos. Der Betrieb soll fortgeführt werden.
Bereits 2007 hatte der Photoplay-Automatenhersteller Finanzbedarf, konnte aber mit dem Einstieg des Münchner Investors Hannes Niederhauser gerettet werden.
Es wird bis 2010 weit ärger werden auf dieser Welt ! Was jetzt los ist, ist nur kleiner Vorgeschmack
auf die dicken Dinger !
Ein Mitarbeiter !
"Die deutlichen Umsatzrückgänge in der Krise" sind nicht durch die Krise bedingt, sondern durch das Rauchverbot. Spielen ohne Rauch geht nicht! Oh Deutschland du herrliches Land, wo die Leute so hervorragend mit dem Rauchverbot umgehen können.
Vielleicht sollten die funworld-Mitarbeiter_innen auf Rauchersheriffs umsatteln.
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