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Teodora Cocca: „Banken müssen untergehen können“

KREMSMÜNSTER. Der gestrige Vortrag von Teodoro Cocca bei der Ökumenischen Sommerakademie enthielt sowohl ein ökonomisches Bekenntnis als auch Zweifel. „Die Finanzmarktkrise hat meinen Glauben an die Regeln der Finanzmärkte ziemlich erschüttert“, räumte der Professor für Betriebliche Finanzwirtschaft an der Kepler-Uni Linz ein. Er sagte aber auch: „Ich glaube an die Finanzmärkte.“ Sie seien sinnvolle Koordinationsmechanismen.

Bei der Krise habe das System an verschiedenen Stellen versagt: Investmentbanker, Kontrolleure sowie Politiker. Cocca kritisierte aber auch die Finanzwissenschaft. Sie habe das ideologische Fundament für die Krise geliefert. Denn es sei ein „Irrglaube“ gewesen, mit berechneten Modellen Risiken beherrschen zu können.

Pessimistisch äußerte sich Cocca über das Lernen aus Krisen: Die Politiker hätten den richtigen Zeitpunkt verpasst, um den Banken Auflagen wie ein Ende der Boni-Zahlungen zu machen. Da Banken wissen, dass sie im Notfall aufgefangen werden, sei die Neigung, risikobewusst zu agieren, bei einigen (nicht bei allen) gering. „Banken müssen untergehen können“, sagte Cocca. Daraus folgende Systemrisiken sollten über ein Insolvenzrecht geregelt werden.

Hans Diefenbacher, Volkswirtschaftler aus Heidelberg, forderte im anschließenden Vortrag, dass die finanzielle Situation der ärmsten Länder der Welt verbessert werden müsse. Er trat für eine teilweise Wiederregulierung der Finanzmärkte ein und regte an, über eine erneute Bindung von Währungen an reale Werte nachzudenken. Die Sommerakademie veranstaltet der ORF mit kirchlichen Institutionen.

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Artikel 16. Juli 2010 - 00:04 Uhr
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Teodoro Cocca (nie)  Bild: Heinz Niederleit

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