Weil die Einnahmen aus dem Handel mit CO2-Zertifikaten wegen der Wirtschaftskrise sanken und Finanzminister Wolfgang Schäuble aus seinem Bundeshaushalt wegen der Sparzwänge kein frisches Geld nachschießen wollte, war das deutsche „Marktanreizprogramm“ schon Ende April ausgeschöpft. Es waren in vier Monaten 82.000 Förderanträge eingelangt.
Nach heftigen Interventionen von Umweltpolitikern und Wirtschaftsvertretern beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestages gestern, Mittwoch, 115 Fördermillionen freizugeben. Die „klimapolitische Verantwortung werde wahrgenommen“, sagte der Abgeordnete Alexander Funk (CDU).
„Wir haben den Förderstopp bereits im Rückgang der Bestellungen gemerkt“, sagt Herbert Ortner, Eigentümer des Mühlviertler Pelletskesselerzeugers Ökofen und Sprecher des oberösterreichischen Ökoenergie-Clusters. Es hätten ja alle in Deutschland mit Investitionen vorerst zugewartet, auch jene, die sie im Extremfall auch ohne Förderung durchgezogen hätten. Das sei für Österreichs Exporteure sehr gravierend, weil es der wichtigste Markt sei. Für Ökofen macht Deutschland 38 Prozent des Absatzes aus.
Herbert Ortner erwartet jetzt einen Pendelausschlag in die andere Richtung: „Die Mittelfreigabe kann einen Nachfrage-Boom auslösen, weil sich viele Leute sagen, dass es gut ist, die Förderungen rasch zu nutzen, so lange es sie noch gibt.“ Für Oberösterreichs Kessel-, Solaranlagen- und Wärmepumpenbauer kommt die Nachricht aus Deutschland in einer wichtigen Phase. Viele Unternehmen haben die Kapazitäten stark ausgebaut und müssen sie nun auslasten.
Knappe Liquidität
Außerdem leidet die Branche im Frühjahr unter knapper Liquidität. „Wir müssen Material einkaufen und bekommen von den Kunden erst zwei bis drei Monate später Geld“, sagt Herbert Huemer, Chef des Eberstalzeller Kollektorenbauers Xolar (Marke: Sunmaster). Er habe den Förderausfall in Deutschland schon gespürt, weil seine Gewerbekunden ihre Lager nicht mehr auffüllten. Drei Leasingkräfte wurden abgebaut. Huemer zeigt sich erleichtert, „dass die deutsche Politik erkannt hat, dass die Förderung ein Geschäft ist“. Sie fließt als Steuer an den Staat zurück.
Um die Abhängigkeit zu reduzieren, geht Xolar in neue Märkte. Es sei gelungen, den britischen Handelsriesen Tesco als Vermarkter zu gewinnen, sagt Huemer.
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