OÖN: Die Post ist seit Monaten vor allem mit einem bestimmten Thema präsent: wie viele Postämter sie zusperrt.
Pölzl: Dabei ist in Wahrheit das Gegenteil der Fall. Wir hatten zu Beginn des Jahres 1550 Postgeschäftsstellen, jetzt sind es 200 mehr. Und ich hoffe, dass es insgesamt bis zu 2000 werden. Am Ende des Tages wird es mehr Poststellen geben als jetzt – mit mehr Service und besseren Öffnungszeiten. Am Ende des Tages werden die Leute uns lieben. Und die Umfragen zeigen schon jetzt, dass die Post-Partner sehr gut ankommen.
OÖN: Postgeschäftsstellen, das umfasst Postämter und Postpartner. Die Postämter werden weniger, die Postpartner mehr. Stimmt es, dass Postämter zur Gänze verschwinden sollen?
Pölzl: Nein.
OÖN: Wie viel Prozent bleiben über?
Pölzl: Das lässt sich noch nicht sagen. Wir werden in den nächsten zwei bis drei Jahren neue Partner gewinnen und die Flächendeckung verbessern. In Oberösterreich haben wir jetzt fast 50 Prozent Partner, das sind fast 150.
OÖN: Was haben die Kunden davon?
Pölzl: Mehr Service und bessere Öffnungszeiten. Wir haben drei Gruppen, denen wir verpflichtet sind: die Kunden, die Mitarbeiter und die Gesellschafter. Wir richten das Unternehmen auf den Kunden aus, weil es wenig Sinn machen würde, zu sagen: Wir haben jetzt so und so viele Mitarbeiter, wie muss dann das Unternehmen aussehen? Das hat in der Vergangenheit noch nie funktioniert.
OÖN: Und die Mitarbeiter? Sie wollen jedes Jahr 800 bis 1000 abbauen? Wie lange?
Pölzl: Es gibt einen Kreis, der betroffen ist, die setzen wir woanders ein. Wir reden mit den Leuten. Die meisten haben Verständnis für die Veränderungen.
OÖN: Viele Bürgermeister klagen, sie seien von den Postamtsschließungen völlig überrascht worden. Wurden diese nicht eingebunden?
Pölzl: Kein Bürgermeister kann ernsthaft behaupten, er wurde davon überrascht. Jedes Verfahren dauert mindestens drei Monate, in 80 Prozent der Fälle ein Jahr. Jeder Bürgermeister kann mich anrufen. Ich rede mit jedem. Aber solche Veränderungen sind auch eine Chance.
OÖN: Für die Gemeinden?
Pölzl: Es gibt ja schon positive Beispiele, die kommunale Nahversorgung zu bündeln, etwa mit den Initiativen „Land lebt auf“ von Raiffeisen. Dort kann man tanken, Postgeschäfte erledigen und einkaufen. Zu besseren Öffnungszeiten als vorher.
OÖN: Gibt es eine Alternative zum Modell der Postpartner?
Pölzl: Es gibt nur zwei Modelle. Entweder subventionierte Geschäftsstellen, die der Staat (oder wie in der Schweiz Banken) zahlt, oder das Post-partner-System, das sich etwa in den Niederlanden oder in Skandinavien bewährt hat.
OÖN: Werden Sie noch Generaldirektor der Post sein, wenn der letzte Post-Beamte in Pension geht?
Pölzl: Nachdem der jüngste Post-Beamte 36 ist, wird das nicht der Fall sein.
OÖN: Sie müssen Kosten senken und gleichzeitig neue Umsätze finden. Dabei sinken die Umsätze aus dem Briefgeschäft stetig, und das macht 60 Prozent aus.
Pölzl: Der Post-Umsatz in Österreich steigt in den nächsten Jahren nicht. Der Briefumsatz sinkt jährlich um drei bis sechs Prozent, der Paketumsatz steigt nur um zwei bis fünf Prozent – dank des Internet-Versandhandels. Neues Geschäft gibt es im Ausland, wo wir gute Pakettöchter haben. Und die Segmente, in denen elektronische und Brief-Elemente aufeinandertreffen, werden wichtiger. Ein Beispiel: Bestellt wird vorwiegend im Internet, aber den Gusto holt sich der Kunde in einem Katalog. Auch das Hybridmail gewinnt an Bedeutung. Wir öffnen die Briefpost eines Unternehmens, scannen die Post und mailen sie an die zuständigen Stellen. Das machen wir etwa schon für die Uniqa.
Briefpost öffnet, dann einscannt und weitermailt? Was ist das für ein unnützer Zwischenstop und da wird nicht nur Papier verbraucht, sondern auch Energie für das Mailen. Naja, zumindest fördert es die Arbeitsplätze...
Bevor der Mann große Reden schwingt und weiter mit der Schließungskeule um sich haut soll er erstmal Deutsch lernen: "Am Ende des Tages" ist nichts anderes als die unzulässige 1:1-Übersetzung der englischen Floskel "at the end of the day."
Wie sehr sich der Mann von der Heimat entfernt hat zeigt nicht nur sein nicht vorhandenes Wissen über die Irrungen und Wirrungen der deutschen Sprache sondern auch seine nicht nachvollziehbare Filialschließungswut.
Vor Jahren wurden zu viele Briefkästen in Nacht und Nebelaktionen demontiert.
Als Betroffener schreibt man dann seinen Brief an die Post AG, wird aber natürlich wie im modernen Geschäftsleben öfter üblich, nicht ernst genommen.
In der Praxis bedeutet ein unzureichendes Netz an Briefkästen einfach folgendes:
Selbst in größeren Gemeinden ergibt sich dann für viele Kunden der Post ein Fußweg, der für Ältere oder aus Zeitmangel nur mehr mit dem Auto zurückgelegt wird - wobei aber die Briefkästen oft derart ungeeignet aufgehängt sind, weil man nicht parken kann, dass man dann gleich zur Post fährt.
Früher ein Fußweg von 10 Minuten, Post neu nach "Briefkastenpost-Raub" 25 Minuten - der Post einfach egal.
Und unsere Politiker lassen sich von geschulten POstvertretern einlullen.
Wieder einmal geht gegen jede Vernunft die Ära einer vernünftigen Infrastrukturversorgung - nämlich von Postkästen (diese kosten weniger, als sie Gewinn bringen!) zu Ende.
Umweltverschmutzung und Verarschung!!
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