Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Margret Mönig-Raane sagte in Berlin, die 26.000 Karstadt-Beschäftigten hätten im Sanierungstarifvertrag bereits auf 150 Mio. Euro verzichtet. "Mehr geht nicht."
"Beschäftigte nicht zur Kasse bitten"
Die Gewerkschafterin betonte: "Ein Tarifvertrag sollte nicht darauf kalkuliert sein, die Beschäftigten ein weiteres Mal zur Kasse zu bitten." Gleichzeitig kündigte sie an, kurzfristig ein klärendes Gespräch mit dem Finanzinvestor über mögliche Forderungen im Falle einer Übernahme von Karstadt zu führen.
Die Investmentfirma Triton hatte am Freitag ein Kaufangebot für die zahlungsunfähige Essener Warenhauskette vorgelegt, allerdings weitere Zugeständnisse der Mitarbeiter und der Vermieter zur Bedingung gemacht. Nach Angaben des Insolvenzverwalters war es das einzige Angebot.
Müssen 4.000 Mitarbeiter gehen?
Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" will Triton rund 4.000 der rund 26.000 Karstadt-Stellen streichen. Wie DAPD aus informierten Kreisen erfuhr, plant Triton, unrentable Sortimentsbereiche rasch an Fremdfirmen zu vergeben. Dabei sollen auch die betroffenen Mitarbeiter den Arbeitgeber wechseln. Laut "Spiegel" will der Finanzinvestor aber auch Änderungen in den als zu großzügig angesehenen Tarifverträgen vornehmen.
Triton will als Kaufpreis 30 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter zahlen, weitere 60 Millionen Euro sollen in das Unternehmen investiert werden, wie die "Bild am Sonntag" berichtete. Bei Triton war am Montag zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Der Gläubigerausschuss hatte die Triton-Offerte am Samstag "wohlwollend zur Kenntnis genommen".
Die Frist für die Gespräche zwischen Triton, den Arbeitnehmervertretern und den Vermietern läuft Ende dieser Woche aus. Denn bis zum 30. April will der Insolvenzverwalter eine Unterschrift unter dem Kaufvertrag und droht andernfalls mit einer Abwicklung des Konzerns. Allerdings könnte diese Frist vom Gläubigerausschuss verlängert werden.
Polizei befürchtet Ausschreitungen rund um Linzer Burschenbundball
Grasser-Freund Muhr will Dachstein-Quelle vermarkten
Rieds größter Vorteil: „Heuer ist die Angst vor dem Titel weg“
Regierung packt im Endspurt noch Überraschungen ins Sparpaket