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Welche Blase platzt als nächste?

LINZ. Vor zehn Jahren platzte die so genannte Dot.Com-Blase, die Zeit des rasanten Wachstums von Internetfirmen war vorerst beendet. Doch neue Blasen haben sich bereits gebildet.

1. Was war die Dot.Com-Blase?

Ende der 1990er-Jahre herrschte in der Computer-Branche eine regelrechte Goldgräberstimmung. Der Glaube an unendliches Wachstum ließ die Börsegänge der IT-Firmen zu einer einzigen Party werden. Der Internet-Konzern Yahoo hatte eine Börsekapitalisierung von fast 100 Milliarden Dollar, mehr als VW, BASF, Metro und die Lufthansa zusammen. Anfang 2000 kippte die Stimmung, „Todeslisten“ von konkursreifen Firmen machten die Runde. Die Folgen: Zahlreiche Konkurse, oft in Zusammenhang mit Strafverfahren. In Österreich sind Libro und Yline in Erinnerung. In Deutschland EM.TV oder Gigabell.

2. Was haben wir daraus gelernt?

Offenbar nicht sonderlich viel. Teil des Spiels der New-Economy war neben dem unerschöpflichen Erfindungsreichtum für teils absurde Geschäftsideen eine gehörige Portion Geldgier, Bereicherung, Insider-Wissen und Ausnutzen von gutgläubigen und blauäugigen Aktionären – ähnliche Zutaten, die auch die Finanzkrise 2008 ermöglichten.

3. Welche Blasen könnten auf uns zukommen?

In aller Munde ist China. Dort bereiten hohe Kreditvergaben Sorgen. Denn ein relativ zuverlässiger Indikator für eine Spekulationsblase ist das Kreditwachstum. Die Summe der vergebenen Kredite hat sich seit 2008 in China mehr als verdoppelt, sagt ein Bericht des deutschen „Rohstoffinsider“, der eine China-Krise für wahrscheinlich hält. Anders der Chef des Instituts für Höhere Studien, Bernhard Felderer: Erstens reduziere China gerade seine Fremdfinanzierung und zweitens sei das Wirtschaftswachstum dort mit heuer zehn Prozent sehr robust. „Angebot und Nachfrage funktionieren. Die Chinesen bauen zwar Wolkenkratzer auf Vorrat, verkaufen sie aber trotzdem.“ Wenn allerdings der Immobilienmarkt in China ins Stocken käme, „könnten wir über eine Krise reden“.

4. Ist Asiens Immobilienmarkt überhitzt?

Manche Ökonomen, so auch vom Internationalen Währungsfonds, sehen im Anstieg der Immobilienpreise in Asien Vorboten einer neuen Krise. Doch nur einzelne Segmente wie Luxuswohnungen seien von Überhitzung betroffen, sagt etwa die UBS Hongkong. In Gesamtchina seien die Hauspreise um sieben Prozent zum Vorjahr gestiegen. Außerdem versuchen Chinas Banken gegenzusteuern.

5. Was ist der Grund für spekulative Blasen?

Eine übertriebene Euphorie und der Glaube an starkes Wachstum und hohe Gewinne in einem Markt. Bei der Dot.Com-Blase glaubte man, die gesamte Wirtschaft verwandle sich in eine „New Economy“. Das Wifo hat in historischen Untersuchungen gezeigt, dass ein Verfall der Immobilienpreise einer Finanzkrise in der Regel um ein Jahr voraus gehe. So geschehen in den USA, wo mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 die Finanzblase platzte.

6. Sind „Blasen“ Teil des Wirtschaftssystems?

„Es hat immer Blasen gegeben und wird sie immer geben“, sagt der Ökonom Felderer. Doch er schränkt ein, dass zumindest die jüngste Finanzkrise verhindert werden hätte können, hätten die Banken strengere Eigenkapitalvorschriften und eine wirksame Kontrolle gehabt. „Finanzielle Blasen könnten wir besser im Griff haben.“ Vor realwirtschaftlichen Spekulationsblasen sei die Weltwirtschaft nicht gefeit, denn die entstehen durch den Glauben an Gewinne und in der Folge übersteigerte Nachfrage zum Beispiel bei Öl oder Gold.

7. Kommt eine Web 2.0-Blase auf uns zu?

Erinnerungen an die Dot.Com-Blase vor zehn Jahren werden wach, wenn man sich die Entwicklung großer Internet-Konzerne wie Google oder Facebook ansieht. Der enorme Zulauf, den soziale Online-Netzwerke und die dazu gehörenden Technologien (Web 2.0) verzeichnen, ruft warnende Stimmen auf den Plan. Facebook-Mitgründer Chris Hughes glaubt erwartungsgemäß nicht an eine Krise. Sein Argument: Viele Web 2.0-Firmen haben zwar eine riesige Nutzerschar, können diese aber nicht zu Geld machen. Facebook (400 Millionen Nutzer) verdient etwa erst seit September 2009 genug Geld, um seine Kosten zu decken. Auch Felderer sieht hier keine große Spekulationsblase auf die Weltwirtschaft zukommen. Dass einzelne Unternehmen überbewertet seien, könnte sich freilich in der Zukunft herausstellen.

8. Wie wahrscheinlich ist eine Rohstoffblase?

In Schwellenländern wie China, Brasilien und Indien steigt die Nachfrage nach Rohstoffen weiter stark an. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny warnt diesbezüglich vor spekulativen Entwicklungen.

1
Die Lügenblase von Faymann und Pröll ... · von flikflak1 (866) · 11.03.2010 21:16 Uhr

... ist grad geplatzt. Es gibt doch neue Steuern und zwar dicke.

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Ohne KHG ist es wieder besser · von herbertw (13551) · 11.03.2010 11:49 Uhr

Es ist – Gott sei Dank – nicht mehr politisch schick, dem „freien Markt, der als EINZIGER alles richtig macht (KHG©)“ blind zu vertrauen.
Gott sei Dank ist nicht nur „Dot.Com“ geplatzt, sondern auch das „Duo Infernal Schüssel/KHG“.
-
Jene, die heute noch immer in KHG’s Spuren latschen, machen das nicht mehr aus politischem Opportunismus, sondern aus freiwilliger, berechenbarer Gier. Mein Mitleid mit diesen Menschen hält sich in leicht überschaubaren Grenzen.

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Blase in China gilt nicht....... · von ecofritz (1) · 11.03.2010 09:31 Uhr

ja, China baut auf Vorrat, nicht nur Immobilien, sondern auch Industriekapazitäten, zum einen werden die aufgrund hoher Wachstumsraten schnell genutzt; selbst wenn dies nicht mehr gelänge, passiert nichts, denn China hat keine Auslandsschulden, sie machen dies über staatliche Banken mit Eigenkapital; wenn Sie große Pakete davon abschreiben müssten, kratzt das niemand, außer sie selbst vielleicht; vielmehr ist China Gläubiger, bei den Amis alleine mit 2 Billionen Dollares!!
Die Gefahr besteht vielleicht darin, dass das Tempo runter kommt und die Nachfrage zurückgeht oder gar einbricht, dies würde Exporteure nach China treffen!

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Artikel 11. März 2010 - 00:04 Uhr
Von Ulrike Rubasch
Bild vergrößern Spekulationsblasen

Bild: OÖN Grafik

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