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EZB flutet Märkte noch länger mit Geld

FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) unterstützt das Finanzsystem länger als erwartet mit Geldspritzen. Bis in das vierte Quartal dieses Jahres wird den Banken bei wöchentlichen und einmonatigen Tenders (Zuteilungen) so viel Geld zur Refinanzierung zur Verfügung gestellt wie nötig.

„Wir haben entschieden, dass dem Bankensystem weiter Liquidität zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt wird“, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach der Ratssitzung. Damit solle die Vergabe von Krediten in der Euro-Zone erleichtert werden.

Die Entscheidung der EZB ist eine Überraschung, weil damit gerechnet wurde, dass die Notenbank schon im dritten Quartal die Vollzuteilung beenden würde. Die expansive Geldpolitik war eingeschlagen worden, weil sich die Banken nach Ausbruch der Finanzkrise kein Geld mehr untereinander geliehen haben. Zwar hat sich die Situation auf dem Geldmarkt gebessert. Die Krise in Griechenland dürfte die Notenbanker aber dazu verleitet haben, nicht zu früh die Zügel in der Geldpolitik anzuziehen. Auch der Konjunkturausblick der EZB ist verhalten. Sie erwartet heuer ein Wachstum der Eurozone um 0,8 Prozent und 2011 um 1,5 Prozent.

Über das Sparpaket der griechischen Regierung zeigte sich Präsident Trichet in Anwesenheit seines griechischen Stellvertreters Luca Papademos erfreut. „Es ist extrem wichtig, dass Griechenland wieder auf eigenen Beinen stehen kann.“ Ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion sei eine absurde Idee.

Den Leitzinssatz hat die EZB bei einem Prozent belassen. Er verharrt seit Mai 2009 auf diesem Niveau. Kleine Schritte zu einem Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik macht die Zentralbank. Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (ab drei Monate) werden ab April wieder mit variablen statt fixen Zinssätzen durchgeführt.

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Artikel 05. März 2010 - 00:04 Uhr
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Trichet (r.) und Papademos (l.) sehen Licht am Ende des Tunnels.  Bild: FRANK RUMPENHORS

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