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Indien als Erfolgsgeschichte für Exporteure mit langem Atem

Weniger als ein Prozent der österreichischen Exporte gehen nach Indien. Nichtsdestotrotz sprach Vizekanzler Josef Pröll anlässlich einer hochkarätigen österreichischen Delegation auf Indienreise von einer „Zukunftsoffensive für Österreich“.

Gemeinsam mit den Schwarzmeerländern gelte Indien die höchste Aufmerksamkeit, um „die Exportstärke Österreichs weiter voranzutreiben“. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner räumte ein, dass die Chancen im Verhältnis zu den Möglichkeiten bisher von der heimischen Wirtschaft zu wenig genützt worden seien. Indien als bevölkerungsreichster Staat nach China sei zunehmend als Alternative zu diesem zu sehen. Wichtige Wachstumsfelder seien die Abfallentsorgung und der Straßenbau, aber auch Energiegewinnung und erneuerbare Energien.

Auch die jüngst ausgeweitete Filmförderung, die auch für Co-Produktionen gilt, sollte ein Anreiz für mehr Geschäft mit Indien sein. 70 indische Bollywood-Produktionen wurden in den vergangenen zehn Jahren in den heimischen – vor allem Tiroler Bergen – gedreht. Das soll nach Mitterlehners Vorstellung mehr werden. Großer Konkurrent als attraktiver Drehort ist übrigens die Schweiz, wo zehn Mal mehr Bollywood-Kinofilme gedreht werden als in Österreich.

Umgekehrt können heimische Unternehmen in Indien schnell Erfolg haben: Ulrike Rabmer-Koller vom Kanalsanierer Rabmer aus Altenberg bei Linz unterzeichnete gestern ein Kooperationsabkommen mit dem großen indischen Baukonzern Larsen & Toubro, der 35.000 Mitarbeiter beschäftigt. L&T bekommt exklusiv das Know-how und patentiertes Verfahrenswissen, um das marode Kanal- und Leitungssystem in den indischen Großstädten zu sanieren.

Wie L&T auf das kleine oberösterreichische Unternehmen mit 250 Beschäftigten kommt? „Wir sind ein Baukonzern und haben im Internet nach jemandem gesucht, der spezifisches Wissen der grabungsfreien Rohrsanierung hat“, sagt K. Asok Kumar, der Bereichsverantwortliche, zu den OÖN.

Eines der Probleme für ausländische Investoren sei eben der lange Atem, den man brauche. „Wer wegen des schnellen Geldes nach Indien kommt, braucht nicht zu kommen“, hieß es auch beim Wirtschaftsforum, wo an die 50 heimische Firmenvertreter ihre Kontakte mit indischen Geschäftspartnern vertieften. Auch die legendäre indische Bürokratie macht Auslandsinvestoren Probleme, merkten die Minister kritisch an.

Kommentare
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Artikel 19. Februar 2010 - 00:04 Uhr
Von S. Brandstätter, Indien
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Vizekanzler Pröll und Wirtschaftsminister Mitterlehner besuchen einen Sikh-Tempel in Neu Delhi.  Bild: APA

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