Die Arbeiterkammer hat mit einem Warenkorb ermittelt, dass sich ein Lebensmitteleinkauf für Österreicher im Jahr 2009 um 10,6 Prozent verbilligt hat. Auch die OÖN berichteten gestern darüber.
„Dem Jubel darüber will ich die Einkommensentwicklung der Bauern gegenüberstellen. Sie haben laut Schätzung der Statistik Austria 20 Prozent verloren“, sagt Stockinger. Die Preiseinbußen sind aber nur etwa in halber Höhe bei den Endverbrauchern angekommen.
Die Preisspirale dürfe sich nicht weiter nach unten drehen, sagt der Politiker. Die Preisvorteile für Konsumenten resultierten zu einem wachsenden Anteil daraus, dass in den heimischen Lebensmittelsortimenten ausländische Billigprodukte stecken.
Indes wächst in Bauernkreisen die Angst, dass die Krise der öffentlichen Finanzen von einer zweiten Seite Druck bringt. Hans Pitlik vom Wirtschaftsforschungsinstitut kritisierte gestern die 15 Milliarden Euro öffentlicher Subventionen in Österreich pro Jahr. Die Hälfte davon entfiele auf Agrarausgaben. Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch reagierte darauf, dass Kürzungen nicht bloß die Bauern, sondern den ländlichen Raum gefährden würden. Die Republik gebe nur 639 Millionen Euro für Landwirtschaft und ländlichen Raum aus. Zusätzlich fließen 2,2 Milliarden von der EU.
Die Mittel aus Brüssel werden aber weniger. Die Union hat beschlossen, dass der Anteil der Agrarausgaben bis zum Ende der Finanzperiode 2013 auf 32 Prozent des Gesamthaushalts sinken soll (2007 waren es noch 42 Prozent).
Vorerst gewährt die EU den Bauern wegen der Milchpreisverluste noch eine Sonderhilfe von 600 Millionen Euro. Anteil für Österreich: 6,5 Millionen. Sie sollen zur Jahresmitte gemäß Milchlieferquote verteilt werden, kündigte Minister Niki Berlakovich an. Das wären pro Kuh 13 Euro, für den Durchschnittshof also rund 150.
Die Bauern sollen sich am freien Markt orientieren und bedarfsgerecht - und nicht nach Fördermaßnahmen - produzieren, dann haben ihre Produkte auch ihren "Preis".
Aber man ist seit Jahrzehnten gewöhnt, dass 85 % des Bauerneinkommens aus öffentlichen Mitteln stammen, die der von oben angeschaute Hackler aber erst erwirtschaffen muß, und somit ist jede Diskussion schon im Keim erstickt.
Daher weg mit sämtlichen Subventionen, auch wenn die Stockinger-Grillic-Balalkovic-Partie noch so schreit und dann reguliert sich der Markt selbst und die Preise stimmen wieder ...... sowohl für die Bauern als auch für die Konsumenten.
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