ePaper | 
Anmelden
 |  A A A

 
Linz  3°C ·  Wels  3°C ·  mehr Wetter »
Startseite  > Wirtschaft

„Super-Gewerkschaft“ fordert Kurswechsel

Bild vergrößern

Bild: oön grafik

WIEN. Die Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung und jene der Chemiearbeiter haben am Donnerstag fusioniert. Die „PRO-GE“ wird rund eine Viertelmillion Mitglieder vertreten.

Beim Gründungskongress gab es ein einstimmiges Votum. Die PRO-GE (Produktionsgewerkschaft) wird die stärkste Arbeitergewerkschaft und zuständig sein für die Bereiche Metall, Bergbau, Textil, Nahrung, Chemische und Papier-Industrie. Nach jener der Privatangestellten ist die neue Gewerkschaft nun die zweitgrößte Österreichs.

Zum ersten PRO-GE-Vorsitzenden wurde Rainer Wimmer von den Salinen gewählt, der bisher schon geschäftsführender Metaller-Chef war. Er machte beim Kongress klar, dass unter seinem Vorsitz die Arbeitgeberseite nicht alle Wünsche erfüllt bekommen werde.

Die anlaufenden Gespräche über die Arbeitszeitflexibilisierung in der Metall-Branche würden zwar gut verlaufen, prophezeite Wimmer: „Eine Kürzung der Überstunden-zuschläge wird es aber keinesfalls geben.“ Auch die Wünsche der Arbeitnehmer müssten berücksichtigt werden. Die von den Arbeitgebern gewünschte Flexibilisierung hatte heuer die Kollektivvertragsverhandlungen schwer belastet.

Insgesamt forderte Wimmer einen „radikalen Kurswechsel“. Er verlangte eine Erhöhung der Netto-Ersatzrate beim Arbeitslosengeld auf mindestens 60 Prozent und eine höhere Vermögensbesteuerung. Es sei absurd, wenn Spekulationsgeschäfte, die er ohnehin ablehne, steuerfrei seien. Chemiearbeiter-Chef Alfred Artmäuer ist einer der stellvertretenden PRO-GE-Vorsitzenden.

Der Zusammenschluss der beiden Gewerkschaften hat eine lange Vorgeschichte. Metaller und Chemiearbeiter waren Teil des G5-Projekts mit der GPA, das die Bildung einer riesigen Gewerkschaft ermöglichen hätte sollen. Dieser Versuch scheiterte aber.

Daraufhin nahmen die Metaller die Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuss auf. Mit den Chemiearbeitern und Bau/Holz wurde an der Produktionsgewerkschaft gearbeitet. Die Bauarbeiter lehnten letztlich aber ab. Mehrere Spitzenvertreter der PRO-GE haben am Donnerstag betont, dass die Türen für die Bauarbeiter weiter offen stünden.

Insgesamt gibt es nun nur noch sieben Teilorganisationen des Gewerkschaftsbundes. ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser sagte: „Gemeinsam sind wir stärker, das ist keine abgedroschene Phrase, sondern das Gebot der Stunde.“

2 Kommentare
Eine Glasklare Nachricht an die Arbeitgeber.... · von luftifranz · 27.11.2009 08:07 Uhr

hat der neue PRO-GE Voristzende Rainer Wimmer gerichtet. Es wird zu keiner Streichung der Überstunden Zuschläge kommen.
Ich finde diese Aussage absolut richtig und wichtig. Denn von Seiten der Industrieellen-vereinigung ist in einem Beitrag für eine Tageszeitung von Veit Sorger eine Forderung gestellt worden, welche die Gewerkschaft nicht akzeptieren könnte.

 
Ich bin froh, .. · von marcos · 27.11.2009 08:37 Uhr

..., dass wenigestens der Arbeitnehmer dahingehend nicht über den Tisch gezogen wird. Selbst der Vermögenssteuer stimme ich zu obwohl es wohl dann auch ein wenig den Konsumenten treffen wird.

Ingesamt ein guter Kurs!
Hoffentlich wird er auch genau so gehalten?

 

Weitere Artikel aus Wirtschaft
Nationalbank-Chef Ewald Nowotny
WIEN. Europa hinkt bei der Krisenbewältigung hinterher. Das kritisiert Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny. In Österreich hänge die wirtschaftliche Entwicklung voll und ganz von den Exporten ab.   mehr mehr
Lob und Kritik für angekündigte Steuern auf Sprit und Heizung
WIEN/LINZ. Zahlreiche Reaktionen hat Finanzminister Josef Pröll mit seiner Ankündigung ausgelöst, das Steuersystem zu „ökologisieren“. Wie berichtet, soll nicht nur die Mineralölsteuer erhöht werden.   mehr mehr
Mein Ziel war, in Österreich ein Markenartikel zu werden. Das definiere ich so: Gibt es überall und kennt jeder.“ Hermann Neuburger (57) aus Ulrichsberg hat das vor genau 30 Jahren gesetzte Ziel längst erreicht.   mehr mehr
Neuen Kommentar schreiben

Betreff / Kommentartitel
Kommentartext:

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben

  Für nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Um sich registrieren zu können müßen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail - Adresse mitteilen.
Gewünschter Benutzername

Gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

OÖNcard


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 43 - 10? : 


Zuletzt kommentiert    mehr »
  • @Robson - Und genau das ist der Unterschied,
    von Austria, 15.03.2010 01:03 Uhr
    Kein Österreicher will Ihnen Pizza, Kebab und Souflaki verbieten. Umgekehrt wollen die seit neuestem...
  • Grandioses Österreich!
    von GunterKoeberl-Marthyn, 15.03.2010 00:43 Uhr
    Wenn man mit "Zivilcourage" an eine Arbeit geht, bekommt man in Österreich Unterstützung und werden...
  • selber schuld
    von sonne-licht, 15.03.2010 00:18 Uhr
    warum unterstützt auch den ORF mit eurer GIS-Gebühr! wanns ein bisserl mehr...
  • Zeitung der Meinungsträger
    von cicero, 15.03.2010 00:17 Uhr
    Meinungsträger lesen keine Massenblätter. Presse Salzburger Nachrichten Standard Neue Zürcher...
  • In der Dublin Causa:
    von GunterKoeberl-Marthyn, 15.03.2010 00:09 Uhr
    darf ich den Kindesvater Florim am 25. März beim Bezirksgericht vertreten und ich werde um sein...
  • Der Wähler sieht rot !
    von cicero, 14.03.2010 23:58 Uhr
    Der Wähler ist nicht dumm, läßt sich nicht für blöd verkaufen. Nadelstreifsozialisten und voest...
 
 
 
Anzeigen:  Karriere · Immobilien · Motormarkt · Reisemarkt · Servicemarkt · Anzeigen A-Z · Kontakte · Trauer · Glückwünsche · Inserieren