DETROIT. Seit der italienische Autobauer Fiat beim angeschlagenen US-Hersteller Chrysler (Chrysler, Jeep, Dodge) im Juni 2009 das Kommando übernommen hat, schreibt das Unternehmen wieder Gewinne. Der drittgrößte Autohersteller in den USA hat im dritten Quartal einen operativen Gewinn von 200 Millionen US-Dollar eingefahren, sagte Fiat-Vorstandschef Sergio Marchionne gestern in Detroit. Fiat hält 20 Prozent der Konzernanteile, der Rest gehört indirekt den Gewerkschaften und der US-Regierung, die Chrysler einen Milliardenkredit gewährte. Mittelfristig kann Fiat die Mehrheit übernehmen.
Autoabsatz soll verdoppelt werdenTrotz des ersten Hoffnungsschimmers kündigte Marchionne in seiner achtstündigen Präsentation an, Chrysler mit einem ehrgeizigen Fünfjahresplan nachhaltig zu sanieren. Konkret sollen die Absatzzahlen von derzeit rund 1,3 bis 2014 auf 2,8 Millionen Einheiten mehr als verdoppelt werden. Der Umsatz soll von 42 auf knapp 70 Milliarden Dollar steigen. Ab dem Jahr 2011 sollen wieder Gewinne eingefahren werden.
Möglich machen soll das ein Bündel an Maßnahmen: In den kommenden drei Jahren sollen mindestens vier neue Modelle auf Fiat-Basis auf dem US-Markt eingeführt werden. Zudem sollen bis 2014 die Hälfte aller Chrysler-Modelle auf einer Fiat-Plattform daherkommen und vier von zehn Autos über einen sparsamen Fiat-Motor verfügen. Durch diese Kooperation mit den Italienern soll Chrysler 2,9 Milliarden Dollar sparen.
Neue Modellpolitik bei ChryslerMarchionne kündigte auch eine neue Modellpolitik an: Dodge soll künftig nur noch Pkw und Kleinbusse erzeugen, Jeep soll mit einem sportlichen Einstiegsmodell die Verkäufe auf 800.000 Jahreseinheiten verdoppeln. Fiat selbst will mit einzelnen Modellen (Fiat 500 ab 2011) und Marken (Alfa Romeo) auf den US-Markt zurückkehren. (schuh)
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