„In Salzburg und Oberösterreich sind wir die Ersten, die an Sonn- und Feiertagen das Einkaufen zu Supermarktpreisen ermöglichen“, sagte Spar-Vorstandschef Gerhard Drexel gestern (die OÖN berichteten in der Vorwoche exklusiv). Tatsächlich kosten in den Doppler-Tankstellenshops, die zum Teil rund um die Uhr geöffnet haben, die Spar-Eigenmarken, die 40 Prozent des Sortiments ausmachen, gleich viel wie im Supermarkt, ebenso Obst, Gemüse, Brot und Gebäck. Teurer sind die übrigen Produkte.
Die Frequenz in den Spar Express Shops ist deutlich höher, sagt Spar-Sprecherin Nicole Berkmann. „Bereits nach wenigen Tagen hat sich der Umsatz im Shop verdoppelt.“ Ziel der Doppler-Gruppe ist, dass sich der Shop-Umsatz vervierfacht.
Interessant sind die Spar Express Shops in erster Linie für jüngere Kunden. Denn laut einer aktuellen Studie von USP Market Intelligence nutzen 57 Prozent der 18- bis 34-Jährigen Tankstellenshops ausschließlich zum Lebensmittel-Einkauf.
Die Jet-Revolution
Bislang hatten Tankstellen nur spezielle Sortimente mit dem Schwerpunkt Proviant: Getränke, Jause, Süßes. Den Großteil versorgt der Großhändler Lekkerland, etwa die OMV mit ihren Viva-Shops.
2007 startete die US-Gruppe ConocoPhillips in Österreich mit einer Revolution: Sie stattete die ersten Tankstellen mit einem Billa-Sortiment aus. Der Wechsel von Lekkerland zum Lieferanten Billa sei aber nicht nur wegen des Supermarktsortiments erfolgt, sagt Franz Horner von Jet: „Wir profitieren von der Marke Billa.“ Und Billa wiederum profitiert von den Öffnungszeiten.
Trotzdem kommt es für den Trauner Lebensmittel-Großhändler Pfeiffer nicht in Frage, auch Nah & Frisch sowie Unimarkt mit dem Treibstoffgeschäft zu vermengen. Erstens hat Pfeiffer dafür eine eigene Linie: Das Shop-Top-Service beliefert mehrere 100 Tankstellen. „Außerdem wollen wir nicht die Unternehmens- und Preispositionierung von Unimarkt und Nah & Frisch strapazieren. Da hieße es dann, wir seien teuer.“ Die höheren Preise in Tankstellenmärkten seien evident. Auch wolle Pfeiffer seine Nahversorger schützen.
Familienbetriebe schließen
Die sind in schwieriger Lage, wie eine neue Statistik der KMU Forschung Austria zeigt. 2008 gab es in Österreich 51.500 Einzelhandelsgeschäfte, um 1170 oder 2,2 Prozent weniger als 2007. Es schlossen fast ausschließlich kleine Familienbetriebe. Die Filialketten gaben nur 20 Standorte auf. Ihnen gehören 56 Prozent der Geschäfte. Es gibt in Österreich 16 Millionen Quadratmeter Handelsfläche, plus eine Million Leerstand, Tendenz steigend, so Peter Voithofer von KMU Austria. Die Umsätze stiegen im August nominell um ein Prozent.
Tatsache ist aber, daß deswegen nicht mehr eingekauft wird.
Wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer:
DER NAHVERSORGER wird aufhören zu existieren.
Und wir dürfen dann zur Monopoltankstelle unseres Vertrauens fahren, und um überhöhte preise dann künstliche Lebensmittel einkaufen, wo vielleicht noch BIO drauf steht!!!!