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Magna will weniger als 20 Prozent an Opel übernehmen

AURORA. Der austrokanadische Autozulieferer Magna will sich an der deutschen GM-Tochter Opel definitiv mit weniger als 20 Prozent beteiligen, bestätigte Magna-Chef Frank Stronach einer kanadischen Zeitung.

Zu möglichen Partnern für das Magna-Angebot wollte sich Stronach nicht äußern. Spekuliert wird ja, dass Magna mit dem russischen Nutzfahrzeughersteller GAZ des Oligarchen Oleg Deripaska und der Staatsbank „Sberbank“ bei Opel einsteigt. Dazu gibt es unterschiedliche Signale aus Moskau: Wirtschaftszeitungen des Landes meldeten mit Berufung auf Quellen bei Opel und der deutschen Regierung, dass Magna/GAZ/Sberbank mit 50,1 Prozent bei der deutschen GM-Tochter einsteigen wollen.

Wirtschaftsexperten in Moskau sehen die russische Karte skeptisch: „Wir glauben nicht, dass GAZ selbst einen kleinen Opel-Anteil übernehmen kann. Der Konzern kämpft ums Überleben, muss 1,5 Milliarden Dollar umschulden“, sagte Gennadi Suchanow von der Moskauer Investmentbank „Troika Dialog“. Er sehe keine bedeutenden Synergie-Effekte zwischen Opel und GAZ. Sollte dennoch ein Angebot der russischen Seite vorliegen – was GAZ und Sberbank dementieren –, steckt russischen Analysten zufolge der Kreml dahinter. „Es geht Russland darum, Nutzen aus der Krise zu ziehen und den Zugriff auf moderne Fahrzeugtechnologie zu bekommen“, sagen Experten von VTB Capital in Moskau.

Fiat hat Appetit auf Südamerika

Neben Chrysler und den Aktivitäten von General Motors (GM) in Europa ist Fiat auch am GM-Geschäft in Südamerika interessiert. Laut GM könnten im Rahmen der Konzernsanierung Beteiligungen in Südamerika verkauft werden, die die Turiner übernehmen wollen. Die Aktivitäten des US-Autoherstellers konzentrieren sich auf Brasilien, Argentinien und Chile. In diesen Ländern verkaufte GM im Vorjahr 1,2 Millionen Fahrzeuge, Fiat hat 700.000 Fahrzeuge abgesetzt.

Kritik am Vorgehen der Turiner kommt von den italienischen Gewerkschaften: „Das Problem ist nicht, Unternehmen wie Chrysler zu übernehmen, sondern die Umstrukturierung der Produktionswerke einzuleiten. Ich glaube nicht, dass Fiat dies mit seiner Liquidität schaffen kann“, sagte Gewerkschaftssprecher Gianni Rinaldini.

Laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ würde Fiat nach Übernahme von Opel und der übrigen GM-Europaaktivitäten zehn Fabriken in Europa schließen, 18.000 Beschäftigte wären betroffen. In Deutschland wären Kaiserslautern, Rüsselsheim und Bochum betroffen. Die Hauptlast bei den Einsparungen würden England mit der Opel-Schwester Vauxhall und Italien tragen. (schuh)

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