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VW: 680.000 Rückrufe wegen defekter Airbags

WASHINGTON/STUTTGART/WOLFSBURG. Aufgrund möglicherweise defekter Airbags ruft auch VW in den USA tausende Autos zurück in die Werkstätten. Auch andere deutsche Autobauer sind betroffen.

Symbolbild Bild: dpa

Auch Volkswagen muss in den USA Fahrzeuge wegen möglicherweise defekter Airbags des japanischen Herstellers Takata zurückrufen. Betroffen seien insgesamt 680.000 Fahrzeugmodelle der Marke VW, die zwischen 2006 und 2014 gebaut wurden, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Wolfsburg. Bei VW betrifft es die Modell Passat, Golf, Jetta und Eos.

Zu den Kosten des Rückrufs machte VW keine Angaben. Dies solle mit Takata geregelt werden. Der Stuttgarter Konkurrent Daimler hatte bereits den Rückruf von 840.000 Fahrzeugen angekündigt und dafür 340 Millionen Euro zurückgestellt.

Volkswagen hat bereits mit erheblichen Problemen in den USA zu kämpfen. Die Wolfsburger hatten Diesel-Abgaswerte mit einer Software manipuliert und müssen mit hohen Strafen und Schadensersatzforderungen rechnen. Fast 600.000 Fahrzeuge sind davon in den USA betroffen, weltweit sind es rund elf Millionen.

Auch andere deutsche Autobauer betroffen

Der Stuttgarter Konkurrent Daimler hatte bereits den Rückruf von 840.000 Fahrzeugen angekündigt und dafür 340 Millionen Euro zurückgestellt. Auch die Volkswagen-Tochter Audi und BMW sind unter den Herstellern, die vom jüngsten Rückruf von insgesamt 5,1 Millionen Fahrzeugen betroffen sind. Sprecher beider Unternehmen erklärten, im Austausch mit der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA zu stehen.

Seit Jahren sorgen defekte Airbags von Takata für millionenfache Rückrufe. Auch andere Hersteller sind betroffen. Honda beorderte vor wenigen Tagen weitere 2,2 Millionen Autos in Nordamerika in die Werkstätten. Seit 2008 hat Honda allein in den USA mehr als sechs Millionen Fahrzeuge wegen defekter Takata-Airbags repariert.

Das Problem mit womöglich defekten Gasgeneratoren, durch die Airbags explodieren und Metallteile im Wagen herumfliegen können, nimmt gigantische Ausmaße an. Weltweit stehen zehn Todesfälle mit defekten Aufblasvorrichtungen von Takata in Verbindung, neun davon in den USA. Rund hundert Menschen wurden verletzt. Seit dem ersten Rückruf vor knapp zwei Jahren hat ein gutes Dutzend Hersteller bereits 24 Millionen Fahrzeuge zurückholen müssen.

Die US-Behörde NHTSA hatte den aktuellen Rückruf im Jänner angeordnet. Auslöser war ein tödlicher Unfall mit einem Ford-Pickup im Dezember.

Eine Daimler-Sprecherin erklärte, bei den betroffenen Vans und Pkw-Modellen aus dem Zeitraum 2005 bis 2014 sei bisher kein Defekt aufgetreten. "Die Ursache für das beschriebene Fehlerbild ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht bekannt", ergänzte sie. Die Anzahl der betroffenen Fahrzeuge könne sinken, sobald sich aus den Untersuchungen der NHTSA Details zu Ursachen und genauen Produktionschargen ergäben. Von den ersten Rückrufrunden 2014 seien die Schwaben nicht betroffen gewesen, da es sich um ein anderes Modell des Gasgenerators gehandelt habe. Die NHTSA hatte damals als Ursache die Chemikalie Ammoniumnitrat ausgemacht, die zu einer Explosion bei Feuchtigkeit führen kann. Die Behörde hatte angeordnet, dass Takata eine andere Chemikalie einsetzt.

Abzuwarten bleibe, ob der Rückruf sich auf Europa ausdehne. Die Daimler-Sprecherin sagte, über betroffene Modelle außerhalb der USA sei nichts bekannt. Auch sei der vorsorgliche Rückruf wegen der spezifischen gesetzlichen Vorgaben in den USA notwendig.

 

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Artikel nachrichten.at/apa 10. Februar 2016 - 14:00 Uhr
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