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Unternehmer klagen: Viele Mitarbeiter machen während Kündigungsfrist blau

LINZ. Nimmt der Krankenstandsmissbrauch zu? Immer mehr verärgerte Arbeitgeber melden sich bei der Wirtschaftskammer (WK). Die Arbeiterkammer warnt vor "Pauschalverurteilungen".

Unternehmer klagen: Viele Mitarbeiter machen während Kündigungsfrist blau

Laut Wirtschaftskammer steigt die Zahl jener, die sich nach Kündigung zu Unrecht krankschreiben lassen. (Symbolfoto) Bild: Wodicka

„Ich bin nicht wirklich krank, mein Arzt hat aber eine andere Meinung.“ Das habe ein provokanter Mitarbeiter einer Firma im Bezirk Eferding der Geschäftsleitung gesagt, berichtet die Wirtschaftskammer Oberösterreich (WK). Der Beschäftigte war während seiner Kündigungsfrist ständig im Krankenstand. Das sei kein Einzelfall, fast täglich würden sich derzeit verärgerte Firmen melden, die von dem teuren „Sozialmissbrauchsklassiker“ betroffen seien, so die WK.

Demnach lassen sich Mitarbeiter grundlos und bei fortlaufenden Bezügen krankschreiben. Statt die Kündigungsfrist für Jobsuche, Einschulung eines Nachfolgers oder geordneten Abgang zu nutzen, macht man blau, so der Vorwurf.

„Das ist eine schlechte Angewohnheit, die ich nicht mehr länger toleriere“, sagt WK-Präsident Rudolf Trauner. Der Krankenbesuchsdienst der Krankenkasse müsse vermehrt prüfen, gewisse Ärzte sollen kontaktiert werden. Trauner fordert, dass ausscheidende Mitarbeiter in der Kündigungsfrist per Gesetz zum Verbrauch des Resturlaubs verpflichtet werden können.

Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer kritisiert die „Pauschalverurteilung“ von Arbeitnehmern und Ärzten. Man dürfe nicht von Einzelfällen auf die Gesamtheit schließen. Erhard Prugger, Leiter der sozialpolitischen Abteilung in der WK: „Ja, es ist eine Minderheit, aber sie wächst.“ Und die Firmen ärgere das massiv. „Den Arzt muss man mir erst einmal zeigen, der jemanden ohne Symptome krankschreibt“, so Kalliauer. Er empfiehlt, sich nach einer Kündigung auf Konsum von Resturlaub oder eine Dienstfreistellung zu einigen.

In Österreich beträgt die Kündigungsfrist für Angestellte bei Arbeitgeberkündigung per Gesetz sechs Wochen, sie steigt mit der Dauer des Dienstverhältnisses auf bis zu fünf Monate. Bei Arbeitnehmerkündigung ist es ein Monat. Hier wird aber auf Einzelvertragsbasis oft verlängert. Bei Arbeitern ist die Frist im Kollektivvertrag geregelt. Sie läuft zwischen einem Tag und mehreren Monaten. (az)

 

Handel: Neu Arbeitszeiten am Wochenende

Sozialpartnerschaftliche Einigkeit gibt es hingegen bei der Samstagsbeschäftigung im Handel. Die Bundessparte Handel und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) haben die alte Regel aufgeweicht.

Handelsangestellte durften nur jeden zweiten Samstag ganztägig arbeiten.

Ab 1. September können Handelsmitarbeiter (mit Betriebsvereinbarung) jeden Samstag arbeiten. Dafür gibt es fünf Mal in sechs Monaten ein Super-Wochenende. Das bedeutet durchgehende Freizeit von Freitag bis Sonntag oder von Samstag bis Montag. Diese langen Wochenenden sind 13 Wochen im vorhinein zu planen. Im Einvernehmen können diese dann verlegt werden.

Der Geschäftsführer der Sparte Handel, Rene Tritscher, sagt dazu: „Für die großteils weiblichen Beschäftigten in Elternteilzeit ist es möglich, jeden Samstag zu arbeiten, wenn sie das aufgrund vorhandener Kinderbetreuung wünschen. Dies gilt für Teilzeitbeschäftigte, die bis zu 18 Stunden pro Woche arbeiten.“

Ein nicht konsumiertes „Super-Wochenende“ kann in das nächste Halbjahr mitgenommen werden. „Um die Handelsbetriebe zur Einhaltung der Vereinbarung anzuhalten, bekommt der Beschäftigte anstelle eines verlängerten Wochenendes einen zusätzlichen Urlaubstag, wenn mehr als ein „Super-Wochenende“ pro Halbjahr nicht in Anspruch genommen wurde“, ergänzt Manfred Wolf von der GPA-djp.

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Artikel 09. Juli 2013 - 00:05 Uhr
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