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"Speed Dating" der Zulieferer bei Fiat in Turin

Innovationstag beim italienischen Autohersteller.

"Speed Dating" der Zulieferer bei Fiat in Turin

Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl (M.) und Cluster-Manager Wolfgang Komatz beim Messestand der Firma Oberaigner Bild: Schuhmann

"Für unsere Zulieferbetriebe ist es von strategischer Bedeutung, bei den großen Autoherstellern stärker reinzukommen", sagte Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter und Wirtschaftsreferent Michael Strugl gestern beim Zulieferer-Innovationstag beim italienischen Autohersteller "Fiat Chrysler Automobiles" (FCA) in Turin. Mit 4,5 Millionen produzierten Fahrzeugen 2016 ist FCA unter den Top-Ten weltweit. "FCA steht für globale Aufstellung und Volumen", so Strugl. Zudem könne mit einem stärkeren Engagement in Italien die Abhängigkeit von den deutschen Herstellern etwas verringert werden. "Das schadet nicht – man ist weniger anfällig, wenn’s brennt."

Für den gestrigen Innovationstag wurden von FCA 29 Zulieferer aus Oberösterreich (u. a. Miba, Banner, Engel, Oberaigner), der Steiermark und Bayern ausgewählt und eingeladen. Die Innovationsfelder, in denen sich der Autobauer mit den Marken Fiat, Alfa Romeo, Chrysler, Dodge und Jeep einen Überblick über neue Technologien verschaffte, waren Leichtbau, Vernetzung und elektrische Antriebe.

"Der Innovationstag bietet den Mitgliedern des Clusters die exklusive Chance, ihre Technologien direkt beim Hersteller in einem themenbezogenen Rahmen zu präsentieren", sagte Strugl. Vom Hersteller wird das sehr geschätzt, wie etwa die Teilnahme der EuropaChefs von Einkauf und Produktentwicklung von FCA zeigte. Für die Aussteller wurde die Produktvorstellung zu einer Art "Speed Dating", mussten doch die hochrangigen FCA-Manager in aussagekräftigen Ein-Minuten-Präsentationen überzeugt werden.

Sechs Innovationstage im Jahr

Von den 29 Zulieferern haben laut Cluster-Chef Wolfgang Komatz 18 bereits Kontakte zu FCA, "aber es gibt noch Potenzial". Organisiert werden diese kleinen, feinen Lieferanten-Messen vom Cluster in Oberösterreich, und zwar mehrmals im Jahr. "Das ist im Laufe der Zeit eine unserer wichtigsten Dienstleistungen geworden", sagte Cluster-Chef Wolfgang Komatz.

"Wir sind permanent mit zwölf bis 15 Autoherstellern und großen Zulieferern (Tier-1) in Kontakt, um für unsere Mitgliedsbetriebe fünf bis sechs solche Innovationstage im Jahr abhalten zu können."

Bereits am 31. Mai sei man bei BMW in München zu Gast, sagte Komatz. Für das zweite Halbjahr werde zudem eine Präsentation bei Audi in Ingolstadt geplant – "und im Dezember möchten wir in den Iran zum Großzulieferer SAPCO".

250 Partner

Der Automobil-Cluster Oberösterreich ist mit 250 Partnern das größte Kooperationsnetzwerk der österreichischen Autoindustrie. Diese Betriebe erwirtschafteten im Vorjahr einen Umsatz von 24,9 Milliarden Euro und beschäftigten 80.500 Mitarbeiter. Ihre Quote für Forschung und Entwicklung lag bei 3,53 Prozent – um einen Prozentpunkt mehr als die der Firmen in Oberösterreich.

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Artikel Clemens Schuhmann aus Turin 21. April 2017 - 00:04 Uhr
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