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Sozialpartnerstreit: Hummer lädt Arbeiterkammer bei Lehrlingsmesse aus

LINZ. Wirtschaftskammer setzt ihre Ankündigung um, Kooperationen auf Eis zu legen.

Sozialpartnerstreit: Hummer lädt Arbeiterkammer bei Lehrlingsmesse aus

Die Besucher werden von dem Streit unter den Veranstaltungspartnern nichts mitbekommen. Die Jugend & Beruf findet von 11. bis 14. Oktober in Wels statt. Bild: Weihbold

1980 fand die Premiere der Lehrlingsmesse statt, damals noch im Wifi in Linz. Bald wurde der Platz zu eng. Inzwischen findet die Jugend & Beruf auf dem Messegelände Wels statt und ist die größte Lehrlings- und Berufsorientierungsmesse Österreichs. In der öffentlichen Wahrnehmung ist sie eine Gemeinschaftsveranstaltung von Wirtschaftskammer (WK) und Arbeiterkammer (AK) in Oberösterreich. Auch das Land ist Partner, zahlt also mit.

Doch heuer ist das anders: Bei der Jugend & Beruf wird zum ersten Mal die Ankündigung vom April, die Sozialpartnerschaft auf Eis zu legen, in die Tat umgesetzt. WK-Präsidentin Doris Hummer sagt im Gespräch mit den OÖNachrichten: "Wir sind der Veranstalter, schließen alle Verträge ab und suchen uns die Partner aus. Und unter den derzeitigen Bedingungen gibt es keine Kooperation mit der Arbeiterkammer. Wir werden sie als Partner bei der Jugend & Beruf nicht an Bord haben."

Wie berichtet, fordert Hummer eine Entschuldigung von AK-Präsident Johann Kalliauer. Dieser trat in einem Kinospot auf, in dem Firmenchefs als sexistische, geldgierige Kapitalisten dargestellt wurden. Hummer: "Ich habe den Schritt angekündigt und bin jetzt nur konsequent."

Als Partner war die AK nicht nur als Aussteller groß auf der Berufsorientierungsmesse vertreten, sondern hat darüber hinaus mitgezahlt. Der Partnerbeitrag liegt im Bereich von 100.000 Euro. In der WK geht man davon aus, dass der Wegfall des Sponsorbeitrages zu effektiven Mehrkosten von 30.000 Euro führt. "Wir haben die Kosten optimiert, erzielen etwas höhere Mieteinnahmen und bringen mehr Aussteller unter", heißt es.

AK bereitet sich auf Messe vor

AK-Präsident Kalliauer sieht die Ausladung nicht als endgültig an. Die WK habe "Überlegungen angestellt, die Messe ohne uns als Partner zu machen". Er geht davon aus, dass in der Angelegenheit das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. "Wir bereiten uns auf die Messe vor." Kalliauer sagt, bei so einer zentralen Messe sei die Gesamtdarstellung des Angebots wichtig. Dazu gehören auch die Interessenvertretungen. Dazu Hummer: "Die Jugendlichen bekommen jede Information rund um Lehre und Lehrvertrag, die sie brauchen."

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Artikel Sigrid Brandstätter 12. August 2017 - 00:05 Uhr
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