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So sieht die Zukunft des Supermarkt-Einkaufs aus

SEATTLE/WIEN/LINZ. Experten bewerten den kassenlosen Start Amazons im Lebensmittelhandel als Sensation.

Die Zukunft des Supermarkt-Einkaufs: Ohne Kassen, ohne Warteschlangen

Vorerst soll auf kleiner Fläche mit begrenztem Produktangebot in Seattle kassenlos experimentiert werden. Bild: Reuters

Ausgerechnet der weltgrößte Online-Händler Amazon dringt Schritt für Schritt in den stationären Handel ein. Nach Buchläden und einem Lebensmittel-Lieferdienst präsentierte das US-Unternehmen gestern, Dienstag, das Konzept "Einkaufen per App und ohne Kasse".

In einem kleinen Test-Standort in Seattle checken Kunden beim Betreten des Shops mit der Handy-App des Händlers ein, nehmen sich Produkte aus dem Regal und verlassen das Geschäft ohne Stopp an einer Kasse. An einem Check-out-Punkt wird der Verkaufs- und Bezahlvorgang im Vorbeigehen über die App und das Amazon-Konto abgeschlossen.

Verschiedene von den OÖNachrichten befragte Kenner des Handels geben diesem Konzept – so es denn wirklich funktioniert – sehr große Chancen. "So etwas ist die Zukunft des täglichen Einkaufs", sagte etwa der Geschäftsführer des Hagenberger IT-Unternehmens bluesource, Roland Sprengseis, der viele Handelskunden mit Apps und mobilen Kundenkarten betreut. Für den Einkauf der täglichen Güter sei das ideal.

Technische Fragen gelöst

Technisch sei das kein Problem, denn solche Systeme würden in der Logistikbranche erfolgreich eingesetzt. Amazon teilte nicht genau mit, wie sein System funktioniert. Sprengseis vermutet den Einsatz von Nahfunk (NFC) in Kombination mit intelligenten Regalen (die etwa Gewicht, Größe und Anzahl der Produkte erkennen) und Videokameras.

Der Amazon-Shop ohne Kasse ist vorerst ein Testbetrieb für Mitarbeiter. Anfang 2017 soll der Laden für die Allgemeinheit geöffnet werden. Sollte das Konzept einschlagen, könne Amazon mehr als 2000 Standorte eröffnen, schreibt das Wall Street Journal. "Aus Konsumentensicht ist das Konzept äußerst attraktiv", sagt der Handelsexperte Pascal Güntürkün, Assistenzprofessor an der WU Wien. "Die Kunden sparen sich viele Handgriffe des Ein- und Ausladens der Waren und das Warten an den Kassen. Das wäre ein echter Vorteil", auch gegenüber den schon teilweise etablierten, doch noch fehleranfälligen Selbstbedienungskassen in den Supermärkten.

Der große Nachteil aus Datenschutz-Sicht sei, dass Amazon eine große Menge zuordenbarer Daten über seine Kunden sammelt und zum eigenen Vorteil perfekt nutzt – das, was das Unternehmen im Online-Bereich seit Jahren vorführt. Güntürkün rechnet damit, dass Amazon mit den kassenlosen Shops erst in einigen Jahren nach Europa kommen wird.

"Wir sehen darin eine Riesenmöglichkeit und ein spannendes Konzept. So etwas habe ich noch nirgends gesehen", kommentiert Christian Pirkner, Vorstand des Mobile-Payment-Anbieters Secure Payment Technologies (Blue Code), der mobiles Bezahlen an 18.000 Kassen in ganz Österreich abwickelt. Er fände allerdings eine Variante besser, bei der der Kunde anonym bleiben kann und nur am Schluss direkt über sein Bankkonto per Code-Eingabe bezahlt.

Die Rewe-Gruppe zeigte sich auf Anfrage abwartend und verwies auf die bisher installierten Selbstbedienungskassen. (uru)

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Artikel 07. Dezember 2016 - 00:05 Uhr
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