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Skiverbund als Preistreiber

WIEN. Wirtschaftsforscher: Die großen Skipässe verhindern Wettbewerb.

Die Kritik der Wirtschaftsforscher

Skilifte: Preise prüfen! Bild: OÖN

Die großen Verbundregionen Österreichs locken die Skisportler mit schier grenzenlosen Angeboten an Liften und Pisten. Der Nutzen für die Konsumenten sei fragwürdig, stellen nun Wirtschaftsforscher fest. Im Gegenteil: Die Verbundpolitik schalte den Wettbewerb aus.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) stellte gestern in einer Aussendung fest, dass die Preise von Tagespässen laut einer statistischen Analyse in Verbundgebieten um bis zu 18 Prozent bzw. bis zu sechs Euro höher seien als in vergleichbaren unabhängigen Skigebieten.

Faktum sei, dass Skifahrer von Mehrtagespässen in Verbunden profitieren, wenn sie die gebotene Vielfalt wirklich nutzen. In welchem Ausmaß das geschieht, könne nicht gesagt werden, weil Nutzerdaten fehlten.

Vorteil nur für Vielfahrer

Die Wifo-Studie anerkennt, dass mit den Verbunden Größenvorteile entstehen, mit denen Skipässe preisgünstiger angeboten werden können. Besonders für Mehrtagesgäste sei das vorteilhaft. "Für Tagesgäste wie auch für jene Mehrtagesgäste, die nur einen oder wenige Teile eines Skiverbundes nutzen, wird hingegen lediglich der Effekt einer Aufweichung des Wettbewerbes wirksam", heißt es in der Analyse von Matthias Firgo vom Wifo und Agnes Kügler von der Wirtschaftsuniversität Wien.

Touristiker sagen, das wachsende Angebot an Verbünden sei notwendig, um national und international konkurrenzfähig zu sein. Gäste würden ihre Zielwahl stark von der Zahl der Lifte und der Länge der Pisten abhängig machen. Eine starke "Marke" könne prinzipiell höhere Preise bedeuten, stellen die Studienautoren fest. Ihre Analyse zeige aber, dass die Tarife von Skigebieten, die mitten in einem Verbund liegen, höher seien als von jenen, die am Rande eines Verbunds sind und den Wettbewerb von verbundfremden Anbietern in ihrer Umgebung spürten.

Aus wettbewerbspolitischer Sicht empfehle sich daher eine fundierte Branchenuntersuchung. Die Wifo-Studie werde geprüft, teilte die Bundeswettbewerbsbehörde der Austria Presse Agentur mit. 2003/04 hat es bereits ein Kartellverfahren gegen ein Verbundskigebiet gegeben.

 

Die Kritik der Wirtschaftsforscher

- Die Preisentwicklung von Skipässen lag in Österreich von 2009 bis 2014 mit plus drei bis plus vier Prozent deutlich über der durchschnittlichen Inflationsrate von zwei Prozent.

- Eine Verbundmitgliedschaft verteuere Tagespässe um bis zu sechs Euro oder bis zu 18 Prozent. Die höchsten Mehrpreise werden für die Gebiete Seefeld, Tow Snow Card, Ski amadé und Hinterstoder/Wurzeralm genannt. Das dabei angewandte Rechenmodell habe eine „äußerst hohe Prognosegüte“.

- In einigen Skiverbunden seien die Sechs-Tage-Pässe teurer als sechs einzelne Tageskarten bei Wegfall der Verbundstruktur.

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Artikel 20. Dezember 2014 - 00:04 Uhr
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