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"Schluss mit den Horrorszenarien": Bauernvertreter sind für Glyphosat

LINZ. Keine Gefahr für Menschen, weil das Pflanzenschutzmittel nur begrenzt eingesetzt werde.

"Schluss mit den Horrorszenarien": Bauernvertreter sind für Glyphosat

Aufreger Pflanzenschutzmittel: Nach der EU-Zulassung von Glyphosat wird in Österreich über ein nationales Totalverbot diskutiert. Bild: APA/DPA/ARNE DEDERT

"Keine Angstmache mehr und Schluss mit den Horrorszenarien", sagte Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, am Mittwoch zum Streit um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Agrarlandesrat Max Hiegelsberger sagte, die Diskussion müsse versachlicht werden.

Die Bauern-Vertreter warnten vor einem Alleingang Österreichs. Seit die EU-Staaten vorige Woche mehrheitlich für die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat in der Union um fünf Jahre stimmten, wird hierzulande über ein nationales Verbot diskutiert. Auch Umweltlandesrat Rudolf Anscho-ber setzt sich dafür ein.

Heute in einer Woche findet in Wien ein Runder Tisch mit Bundes- und Landesvertretern, Sozialpartnern, Behörden und Nicht-Regierungsorganisationen statt.

Schon jetzt sei der Einsatz von Glyphosat in Österreich streng reglementiert, sagte Reisecker. Das Pflanzenschutzmittel komme auf unseren Äckern nicht mit dem Erntegut in Berührung. Untersuchungen zeigten, dass es keine Rückstände von Glyphosat in Getreide, Mais oder Grundwasser gebe.

Höhere Kosten ohne Glyphosat

Österreichische Bauern verwenden das Pflanzengift, um die als Erosions- und Bodenschutz gepflanzte Winterbegrünung bei nicht ausreichendem Frost vor der Aussaat im Frühjahr zu vernichten. Ohne Glyphosat müssten später während des Pflanzenwachstums andere Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt werden. Laut Reisecker würden sich auch die Produktionskosten erhöhen. Zu Recht angeprangert werde hingegen der Einsatz von Glyphosat zum Beispiel in Süd- und Nordamerika, wo das Mittel direkt auf die Pflanzen gespritzt werde, sagte Hiegelsberger.

Betont wurde gestern, dass ein nationaler Alleingang wohl EU-rechtlich nicht halten würde. Österreich müsste dafür eine nachvollziehbare Begründung liefern. Dazu bräuchte es neue Studien.

Bestehende Gutachten würden für eine sachgemäße Anwendung von Glyphosat sprechen. Dann gehe keine Krebsgefahr von dem Pflanzengift aus, habe die deutsche Bundesanstalt für Risikoforschung analysiert. Die Aussage der Weltgesundheitsorganisation, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend" sei, widerspreche dem nicht. Es gehe eben um die richtige Anwendung.

Die Republik müsste mit Klagen von Betrieben rechnen, wenn ein Totalverbot eingeführt werde, so Reisecker. Die Kammer würde überlegen, diese zu unterstützen.

Hiegelsberger kritisierte auch den Handel. Der Einsatz mancher Ketten für die Abschaffung von Glyphosat sei befremdlich, da diese nach wie vor ausländische Produkte in ihren Regalen hätten. Und diese würden oft mit dem Wirkstoff behandelt. Wenn man in eine glyphosatfreie Zeit gehen wolle, dann nur mit Regionalität. Zur Ankündigung der Berglandmilch-Molkerei, von Lieferanten Glyphosat-Verzicht zu verlangen, sagte Hiegelsberger, dass man sich das erst im Detail ansehen müsse. 

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Artikel (az) 07. Dezember 2017 - 00:04 Uhr
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