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Salzburger Porsche Holding trotzt Dieselskandal mit "Spitzenjahr"

WIEN. Umsatzstärkste Gruppe im Land verkauft eine Million Autos in 27 Ländern.

Salzburger Porsche Holding trotzt Dieselskandal mit "Spitzenjahr"

Auf ihren E-Golf warten die ersten Kunden in Österreich sechs Monate. Bild: Reuters

2017 wird für den heimischen Autohandel das zweitbeste Verkaufsjahr in der Geschichte mit rund 350.000 verkauften Neuwägen. Die Porsche Holding (PH) profitiert trotz Dieselskandals von der guten Entwicklung. Der Heimmarkt wird für die Porsche Holding allerdings im Verhältnis immer kleiner, in 27 Ländern ist die Volkswagen-Tochter inzwischen tätig.

770.300 Neuwägen werden über die PH heuer verkauft, mehr als 110.000 davon in Österreich. Dabei hätten es durchaus mehr sein können, wenn dem kleinen Österreich von der Konzernleitung mehr Fahrzeuge zugeteilt worden wären. Mehrfach hat der neue Sprecher der Geschäftsführung der Porsche Holding Salzburg, Hans Peter Schützinger, angemerkt, dass "wir nicht ausreichend lieferfähig" waren (siehe nebenstehendes Interview). Das Unternehmen rechnet mit einem "schnellen Start" Anfang des Jahres, weil dann viele Auslieferungen erfolgen würden, die verzögert seien.

Der Anteil verkaufter Diesel bei Neuwägen fiel von 71 auf 62 Prozent bei VW in Österreich – allerdings vorwiegend im Bereich von Klein- und Kompaktwägen. Bei Firmenfahrzeugen sei kaum ein Rückgang zu beobachten. Ob sich der Rückgang fortsetzen werde, hänge vom weiteren Verlauf der Diskussionen über Fahrverbote in Innenstädten ab, sagte Schützinger.

86 Prozent sind umgerüstet

Die vom Dieselskandal betroffenen fast 374.000 Fahrzeuge seien zu 86 Prozent umgerüstet. Erst vor zwei Tagen wurde bekannt, dass auch der Touareg zum Software-Update in die Werkstätten muss. Das treffe in Österreich 1500 Fahrzeuge. Der Rückruf werde im Februar starten.

International wird die PH inklusive Gebrauchtwägen mehr als eine Million Fahrzeuge verkaufen. Das obwohl im Mai eine französische Händlerkette und damit ein Volumen von 70.000 Neufahrzeugen abgegeben wurde. "Wir haben in allen Ländern zumindest auf dem Marktniveau zulegen können", sagt Schützinger.

Mit dem Salzburger ist die Geschäftsleitung seit September wieder "fest in österreichischer Hand", sagt der Pinzgauer. Umsatzzahlen gab er nicht bekannt, aufgrund des etwa gleichbleibenden Absatzniveaus werden wohl wieder die rund 21,1 Milliarden Euro des Vorjahre erreicht. In der Salzburger Konzernzentrale arbeiten 2300 Mitarbeiter, inklusive konzerneigener Händler sind es rund 4000. 

3 Fragen an...

3 Fragen an Hans Peter Schützinger

Im September ist der Salzburger vom Finanzchef zum Sprecher der Geschäftsführung des umsatzstärksten Unternehmens in Österreich aufgerückt.

Sie freuen sich über ein Spitzenjahr, das aber noch besser hätte laufen können, wenn der Konzern mehr Fahrzeuge geliefert hätte. Wie viel Geschäft hat das gekostet?

Da geht es um ein paar Zehntelprozent bei einem Marktanteil von 34 Prozent. Aber es sind ganz wenige Kunden wegen längerer Lieferzeiten vom Kaufvertrag zurückgetreten.

Aber es geht um einige Tausend Fahrzeuge.

So genau kann man das nicht sagen. Zur Annäherung: Wir haben einen sehr hohen Auftragstand von 10.000 Autos. Das ist um 2000 höher als üblich.

Wie lange Lieferzeiten werden vom Kunden akzeptiert? Die sechs Monate des E-Golf sind jedenfalls zu lang.

Das hängt vom Modell ab, so acht bis zwölf Wochen. Zum E-Golf: Das wird 2018 wesentlich besser

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Artikel (sib) 14. Dezember 2017 - 00:04 Uhr
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