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Prognose: Höchstes Wachstum in der EU seit 2007

BRÜSSEL. Die EU-Herbstprognose weist für die Europäische Union das höchste Wirtschaftswachstum seit zehn Jahren aus. Auch für Österreich gibt es positive Aussichten. 

Europäische Union

(Symbolbild) Bild: Reuters

Nach Schwächezeichen 2016 habe sich der Wachstumspfad in der ersten Jahreshälfte 2017 in Österreich "deutlich beschleunigt". Dazu beigetragen hätte der gestiegene private Konsum, ausgelöst durch die Steuerreform 2016, die wiederum einen neuen Antrieb für Investitionen gegeben hätte. Nach einer schwächeren ersten Jahreshälfte hätten die Exporte 2017 einen klar positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum geleistet.

Die Kommission lobt auch den positiven Trend beim Abbau der Arbeitslosigkeit. Nach 6,0 Prozent 2016 werde die Rate nun auf 5,6 Prozent zurückgehen und bis 2019 auf 5,4 Prozent weiter sinken. Die Migrationsbewegungen aus den europäischen Nachbarstaaten könnten den Rückgang der Arbeitslosigkeit dämpfen, während auf der anderen Seite mehrere Maßnahmen der Regierung darauf abzielten, die Teilnahme von älteren Menschen und Frauen am Arbeitsmarkt zu stärken.

Die Ausgaben des Staates im Rahmen der Flüchtlingskrise würden ab 2018 leicht zurückgehen. Außerdem sei zu erwarten, dass die Kosten für die Bankenunterstützung, die 2015 eine starke Auswirkung auf die öffentlichen Finanzen hatten, "sehr niedrig in den nächsten Jahren" sein werden.

Die Prognose der EU-Kommission sei auch im Lichte der jüngsten Nationalratswahlen in Österreich darauf aufgebaut, dass es 2018 und 2019 keine Änderung der Fiskalpolitik des Landes geben werde.

Gegenteilige Entwicklung in Großbritannien

In der EU soll das BIP 2017 um 2,3 Prozent steigen. In der Eurozone wird ein Plus von 2,2 Prozent erwartet. 2018 soll die positive Entwicklung anhalten, allerdings wird mit einem leichten Rückgang auf je 2,1 Prozent in EU und Eurozone gerechnet. 

Gegenüber 2016 bedeuten die Daten einen klaren Sprung nach oben. Im Vorjahr stieg die Wirtschaftsleistung in der EU um 2,0 Prozent, in der Eurozone um 1,8 Prozent. 

Großbritannien, das Ende März 2019 die EU verlassen wird, zeigt eine gegenteilige Entwicklung gegenüber dem Durchschnitt der restlichen 27 Staaten. Die Briten müssen mit einer deutlichen Einbuße rechnen. Wuchs das britische BIP 2016 noch um 1,8 Prozent und damit im Durchschnitt der Währungsunion, wird für 2017 ein gebremster Anstieg um 1,5 Prozent und 2018 ein noch schwächeres Plus von 1,3 Prozent prophezeit. 2019 soll das Wirtschaftswachstum in Großbritannien auf 1,1 Prozent sinken. Für die EU und die Eurozone wird 2019 noch ein BIP-Anstieg von je 1,9 Prozent vorhergesagt. 

Die Herbstprognose weist auch für die Zukunft eine Vorausschau der EU ohne Großbritannien aus. Der Durchschnitt der 27 Mitgliedsländer verbessert sich damit auf 2,4 Prozent Wirtschaftswachstum für 2017, für 2018 werden 2,2 Prozent vorhergesagt und für 2019 noch ein Plus von 2,0 Prozent.

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Artikel nachrichten.at/apa 09. November 2017 - 11:15 Uhr
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