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Plasser & Theurer: Selbstanzeige von Detektiv wirft viele Fragen auf

"Deutsche Plasser Bahnbaumaschinen"-Chef arbeitete mit vorbestraftem "Ermittler" zusammen, der Daten stahl und Spitzel einschleuste.

Plasser & Theurer: Selbstanzeige von Detektiv wirft viele Fragen auf 

Johannes Max-Theurer Bild: Land OÖ

Die Sachverhaltsdarstellung des Sascha W. im Zusammenhang mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen 13 Personen aus dem Firmenumfeld des Linzer Familienkonzerns Plasser & Theurer (PT) liest sich wie ein Drehbuch für einen Wirtschaftsspionage-Krimi. Wenn auch nur die Hälfte davon stimmt, was der Kremser Privatermittler W. in seinen Angaben der Polizei mitgeteilt hat, herrscht in der Branche der Bahnbaumaschinen ein brutal eisiger Wind. Die Konkurrenz werde gnadenlos ausgespäht, abgehorcht, infiltriert und bestohlen, geht aus den 14 Seiten hervor, die den OÖNachrichten vorliegen.

Der Anwalt W.s, Sebastian Lesigang, sagte zu den OÖN, dass er "zutiefst über die Art und Weise seiner (W.s, Anm.) Ermittlungstätigkeit schockiert" war. "Auch nach meinen mehr als zwanzig Jahren Praxis in Wirtschaftsstrafsachen habe ich einen solchen Fall von Industriespionage noch nicht erlebt. Was ich sonst nur aus Spionagefilmen kenne, hat er tatsächlich gemacht."

W. wurde von Peter Josef Flatscher, seit 1999 Geschäftsführer der Plasser & Theurer-Konzerngesellschaft Deutsche Plasser Bahnbaumaschinen GmbH mit Sitz in München, beauftragt, ab 2006 "mehrere Konkurrenten (...) zu überwachen, geheime Unternehmensinformationen auszukundschaften sowie geheim agierende Personen in Betriebe von Mitbewerbern einzuschleusen", so W.

Telefone – wie beim Konkurrenten System 7 – wurden von ihm und seinem Team abgehört, Einbrüche verübt, Mitarbeiter als Spitzel in die Unternehmen eingeschleust, berichtet der Privatdetektiv, der 2012 rechtskräftig wegen schweren Betrugs zu sechs Monaten bedingt verurteilt wurde. Die Arbeit für die Deutsche Plasser fand auch in den Jahren danach statt. Laut W. kamen die über Jahre erteilten Aufträge eigentlich von Johannes Max-Theurer, dem aktuellen Geschäftsführer von PT, sowie von Großvater Josef Theurer selbst. Auch seien sie laufend informiert gewesen. Diese wiesen das bereits zurück, sie seien "zu keinem Zeitpunkt über Art und Umfang von W.s Leistungen für die Deutsche Plasser informiert" gewesen. Darüber hinaus war auch am Dienstag keine Stellungnahme von PT zu erhalten.

Warum genau W. auspackte, bleibt im Dunkeln. Es dürften Streitigkeiten um sein Honorar mit PT vorausgegangen sein. Er beantragte Kronzeugenstatus, wolle von seiner "kriminellen Vergangenheit loskommen" und Altenpfleger werden. Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

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Artikel Ulrike Rubasch 02. August 2017 - 00:04 Uhr
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