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Pfeiffer und Post wollen Lebensmittel zustellen

LINZ/WIEN. Der Handelskonzern Pfeiffer hat mit der Post ein Forschungsprojekt gestartet. Dabei soll herausgefunden werden, ob eine Lebensmittelzustellung an Privathaushalte zu vertretbaren Kosten möglich ist. Nächstes Jahr soll es auch einen Praxisversuch in einer oberösterreichischen Region geben. Wann und wo sagen die Kooperationspartner aber noch nicht.

Post (Symbolbild) Bild: Post AG

Bei vielen Waren ist es schon selbstverständlich, sie über das Internet zu bestellen, um sie dann Tage später zugestellt zu bekommen. Aber funktioniert das auch mit frischen Lebensmitteln oder gar Tiefkühlprodukten?

Eine Antwort auf diese Frage wollen Pfeiffer HandelsgmbH in Traun und die Post AG heuer und im nächsten Jahr mit einem Forschungsprojekt finden. Mit dabei sind die Fachhochschule Steyr und die RISC Software GmbH.

"Auch im Lebensmitteleinzelhandel gibt es massiven Druck in Richtung Online. Wir wollen herausfinden, was es tatsächlich kostet, und das geht eben nur, wenn man es in der Praxis probiert", sagt Markus Böhm, Geschäftsführer der Pfeiffer HandelsgmbH (Unimarkt), im Gespräch mit den OÖNachrichten.

Waren aus der nächsten Filiale

Das Spannende an diesem Projekt sei, dass das Grundprinzip der Regionalität beibehalten werde, sagt Efrem Lengauer, der mit dem Projekt befasste Professor an der FH Steyr. "Die Waren kommen aus der nächstgelegenen Unimarkt-Filiale und nicht aus irgendeinem Zentrallager", sagt Lengauer.

Ob diese dann der Post-Zusteller quasi im Vorbeifahren mitnimmt oder die bestellten Waren beim nächstgelegenen Post-Verteilzentrum abgeliefert werden, auch das soll in diesem Forschungsprojekt geklärt werden.

"Das K.-o.-Thema sind die Kosten", sagt Lengauer. Während bei Produkten wie Kleider oder Elektronik, die derzeit typischerweise online gekauft werden, das Paket schnell einmal einen dreistelligen Euro-Betrag wert sei, müsse man hier davon ausgehen, dass der Wert relativ niedrig sei, so Lengauer. Daher spielten die Kosten so eine wichtige Rolle.

Vorerst soll versucht werden, die bestehenden Prozesse in den beiden Unternehmen, also bei Post und bei Pfeiffer, möglichst nicht zu stören. Nach den technischen Vorarbeiten, die bereits seit September laufen, soll es dann 2014 einen "begrenzten Feldversuch in einer oberösterreichischen Region" geben, sagt Post-Logistik-Vorstand Peter Umundum.

Das "Food4all@home" genannte Forschungsprojekt soll aber erst einmal prüfen, ob eine so enge Kooperation der Post mit einem Handelsunternehmen grundsätzlich möglich und wirtschaftlich sei, sagt Umundum. "Und es geht vor allem darum, ob dieser Service von den Leuten überhaupt angenommen wird."

Wie viel sich die Partner dieses Projekt kosten lassen, will Post-Vorstand Umundum nicht sagen. "Wir bringen in erster Linie Personalressourcen ein." Das Projekt werde auch von der Forschungsförderungsgesellschaft unterstützt.

Sollte sich die Hauszustellung als machbar und wirtschaftlich herausstellen, könnten auch "Personen mit eingeschränkter Mobilität" erstmals auch Güter des täglichen Bedarfs nach Hause geliefert bekommen, so Umundum.

 

Online Handel in Österreich

Rund elf Prozent des gesamten Einzelhandelsvolumens macht der Online-Handel in Österreich nach jüngsten Daten der KMU Forschung Austria aus. Das sind rund 6,4 Milliarden Euro. Der Online-Handel hat aber im vergangenen Jahr um zehn Prozent zugenommen. In den Zahlen ist auch der klassische Versandhandel enthalten.

Lebensmittel spielen dabei bisher eine untergeordnete Rolle. Während etwa in Großbritannien beim Online-Handel Lebensmittel bereits einen Anteil von fünf bis sechs Prozent haben, sind es bei uns 0,8 Prozent.

Laut einer Studie von A.T.Kearney nutzen nur vier Prozent der Österreicher regelmäßig die Möglichkeit, Lebensmittel online zu kaufen. In der Schweiz sind es bereits elf Prozent. In Deutschland beträgt der Anteil der Lebensmittelkäufer fünf Prozent.

 

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Artikel Hermann Neumüller 09. November 2013 - 00:04 Uhr
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