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Oswald-Rückzug in schwierigen Zeiten für die OMV

WIEN. Der Rückzug von Mondi-Europa-Chef Peter Oswald als OMV-Aufsichtsratschef per 18. Mai ist für viele Beobachter überraschend gekommen.

Peter Oswald   Bild: apa

Bezogen auf den notwendigen Arbeitsaufwand stößt Oswalds Schritt aber auch auf Verständnis. ÖBIB-Chefin Martha Oberndorfer bedauerte den Schritt Oswalds, bedankte sich aber für seine "sehr konstruktive Tätigkeit, in der einiges gelungen ist".

Oberndorfer lobte die Bestellungen neuer Vorstandsmitglieder unter der Ägide Oswalds und dass in seiner Zeit als OMV-Präsident eine neue Strategie für Österreichs größten Industriekonzern implementiert wurde. Der Fokus sei auf eine nachhaltige Wertsteigerung gelegt worden und die Corporate Governance gestärkt. "Nicht zuletzt hat sich der Aktienkurs besser als der relevante Index (ATX, Anm.) entwickelt", sagte Oberndorfer. Für das Finden eines Nachfolgevorschlags habe das Nominierungskomitee auch mit rund zweieinhalb Monaten noch genug Zeit, betonte und beruhigte sie.

Der Rückzug Oswalds fällt allerdings in keine leichte Zeit für die OMV. Neben dem "grauslichen Ölpreisumfeld", wie es ein Insider im APA-Gespräch bezeichnete, laufen heuer ja auch die Syndikatsvertragsverhandlungen der ÖBIB mit dem Syndikatspartner IPIC. Gemeinsam hält man die Mehrheit an der OMV. Noch heuer sollen die Verhandlungen über eine Syndikatsvertragsverlängerung mit der International Petroleum Investment Company, Staatsunternehmen der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit Sitz in Abu Dhabi, abgeschlossen werden.

IPIC soll eine Put-Option (Verkaufsoption für die Anteile an der OMV) haben, die unter gewissen Umständen gezogen werden könnte.

"Die ÖBIB verhandelt mit IPIC", sagte Oberndorfer zur APA. Selbstverständlich nehme sie ihre Aufgabe wahr. Zum aktuellen Stand wollte sie sich aber nicht äußern - mit dem Verweis, dass der Syndikatsvertrag nicht öffentlich ist. Auf Nachfrage sagte Oberndorfer, man sei "auf einem sehr guten Weg. Wir sind beiderseits sehr zufrieden mit der Partnerschaft. Ich gehe davon aus, dass es auch in Zukunft eine gute Partnerschaft bleibt."

Auch für den Kleinanlegerschützer Wilhelm Rasinger kommt der Rückzug Oswalds "sicher überraschend. Ich habe nicht damit gerechnet. Eine Freude habe ich nicht." Der IVA-Präsident äußerte zwar Verständnis für den Schritt, da der Job bei der OMV sehr intensiv sei und jener als CEO bei Mondi Europa auch mehr als eine tagesfüllende Tätigkeit sei. "Der Tag hat nur 24 Stunden, daher habe ich persönliches Verständnis", so Rasinger zur APA. "Oswald geht, wo wesentliche Dinge auf Schiene sind", verwies auch der Fachmann auf die "neue Strategie und die neuen Leute", die in der Zeit Oswalds in die OMV kamen. "Ob sich das bewährt werden wir erst sehen."

Rasinger sagte, die OMV sei derzeit in keiner einfachen Situation. "Jede personelle Änderung bringt eine gewisse Unruhe." Es gehe aber nicht nur um Verträge, sagte er auf die Syndikatsvertragsverhandlungen angesprochen, "sondern auch wie Menschen miteinander können und wie eine Vertrauensbasis ausschaut". Die Latte für die Nachfolge Oswalds liege jedenfalls hoch, so Rasinger.

Im ÖBIB-Nominierungskomitee - das politisch aus SPÖ-Staatssekretärin Sonja Steßl und ÖVP-Pendant Harald Mahrer sowie aus VIG-AR-Chef Günter Geyer sowie Andritz-Vorstandschef Wolfgang Leitner besteht - werde man schon eine Nachfolge finden, sagte Rasinger. Leitner und Geyer seien "bestimmt stark genug um parteipolitische Erwägungen gar nicht aufkommen zu lassen".

Auch der derzeitige Vorsitzende des Nominierungskomitees, Mahrer, bedankte sich gegenüber der 'APA für das "große Engagement" Oswalds und nahm dessen "persönliche Entscheidung zur Kenntnis". Das nunmehrige "Prozedere zur Nominierung ist gesetzlich klar geregelt", so Mahrer. "Das Nominierungskomitee wird sich auf Basis dieser gesetzlichen Grundlage mit der Nominierung einer ausgezeichneten, erfahrenen Persönlichkeit mit höchster Reputation befassen." Freilich handelt es sich lediglich um einen Vorschlag.

Aus dem Finanzministerium - Eigentümervertreter der ÖBIB, die die OMV-Anteile verwaltet, ist Finanzminister Hans Jörg Schelling - war indes am Freitag vorerst kein Kommentar zum Oswald-Rückzug oder den Syndikatsvertragsverhandlungen erhalten. Auch die OMV wollte sich auf Anfrage nicht weiter äußern.

Die Republik Österreich hält über die ÖBIB 31,5 Prozent an der OMV, die IPIC 24,9 Prozent.

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Artikel apa/nachrichten.at 04. März 2016 - 09:27 Uhr
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