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OMV will ihr türkisches Tankstellennetz loswerden

WIEN. In Anbetracht des niedrigen Ölpreises wird die Verkaufsliste des heimischen Mineralölkonzerns immer länger.

OMV will ihr türkisches Tankstellennetz loswerden

Die OMV will sich von ihren 1785 Tankstellen in der Türkei trennen. Bild: OÖN

Am Mittwochabend wird OMV-Vorstandschef Rainer Seele seine Strategie für Österreichs größtes Unternehmen präsentieren. Gestern, Freitag, wurde bereits bekannt, dass sich der Mineralölkonzern von seinem Tankstellennetz in der Türkei trennen will. In Anbetracht eines Ölpreises, der mittlerweile an der Marke von 30 US-Dollar kratzt, zerbröseln die Ergebnisse, und die OMV muss schauen, wie sie zu liquiden Mitteln kommt.

Rund zwei Milliarden Euro hat der Mineralölkonzern in mehreren Schritten für den Kauf der türkischen Petrol Ofisi ausgegeben. Der Einstieg erfolgte im Jahr 2006 mit 34 Prozent. Bis 2014 hatte die OMV 100 Prozent der Anteile erworben. Dass dieser Kaufpreis im derzeitigen Marktumfeld auch nur annähernd erzielbar sei, davon gehen Branchenkenner nicht aus.

1785 Tankstellen zählen aktuell zum Portfolio. Zu Spitzenzeiten waren es weit mehr als 2000. Auch der Beitrag der Petrol Ofisi zum Konzernergebnis (Ebit) hat sich von mehr als 150 auf knapp 100 Millionen Euro reduziert. Eine Wertberichtigung der türkischen Petrol Ofisi im Ausmaß von rund 200 Millionen musste im Schlussquartal 2014 vollzogen werden.

Zur Ergebnisverschlechterung beigetragen hat der türkische Staat, der die Tankstellenmargen im Land begrenzt hat, um das Tanken für die Bevölkerung günstiger zu machen. Vorstandschef Seele hatte im Sommer erklärt, dort keine vernünftigen Rahmenbedingungen mehr vorzufinden.

Ausschlaggebend für den Verkauf sei auch gewesen, dass man in der Türkei kein integriertes Konzept habe, sagte Unternehmenssprecher Robert Lechner. In Österreich und Rumänien beispielsweise kann der Konzern dank Raffinerien die gesamte Wertschöpfungskette darstellen. Nicht zuletzt ist der Rückzug aus dem türkischen Tankstellennetz auch eine Russland-freundliche Entscheidung, zumal die OMV noch viel intensiver mit der Gazprom kooperieren will.

Die Petrol Ofisi ist nicht das einzige Unternehmen, das auf der Verkaufsliste steht. Im Herbst hat der Konzern angekündigt, 49 Prozent an der Gas Connect zu verkaufen. Sie betreibt ein 900 Kilometer langes Erdgas-Hochdruckleitungsnetz in Österreich. In Tschechien hat die OMV 68 ihrer 203 Tankstellen verkauft. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Noch eine Brücke in der Türkei

Einer der größten Brocken befindet sich ebenfalls in der Türkei und steht – noch – nicht auf der offiziellen Verkaufsliste. Es handelt sich um das an der Schwarzmeerküste gelegene Gaskraftwerk Samsun. In das erst 2013 fertiggestellte Kraftwerk hat die OMV rund 600 Millionen Euro investiert.

Hoffnungen auf einen attraktiven Verkaufspreis macht sich nicht einmal das Management. "Ich würde nicht vermuten, dass wir wesentlich mehr herausbekommen, als wir investiert haben", sagte der im Vorstand zuständige Manfred Leitner im Sommer. (sd)

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Artikel 13. Februar 2016 - 00:04 Uhr
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