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Niedrigzinsen befeuern die Börsen, Wien heuer bei den Gewinnern

WIEN/LINZ. Experten sehen weiteres Aufwärtspotenzial und halten die Crash-Gefahr für gering.

Wiener Börse

Bild: Reuters

Die Wirtschaft wächst, die Zinsen sind niedrig, und die Zuversicht ist groß. So wie das Börsenjahr 2017 geendet hat, werde es im nächsten Jahr weitergehen, erwarten die Experten der österreichischen Banken.

"Der Trend nach oben ist intakt", sagt Helmut Nuspl, Standortleiter der Schoellerbank in Linz. Entsprechend optimistisch blickt er ins neue Jahr. "Meine Überschrift für die nächsten Monate lautet: Das Beste kommt erst", sagt Nuspl im Gespräch mit den OÖNachrichten.

Ausgehend von den USA sieht er weiteres Kurspotenzial. Am 9. März 2009 erreichte der Dow Jones, der Leitindex an der New Yorker Börse, nach dem Lehman-Schock seinen Tiefstand. Seither geht es bergauf. "Auch 2018 wird ein gutes Jahr, wenn auch Schwächephasen – wie immer – nicht auszuschließen sind", sagt Nuspl.

Wien profitiert von Osteuropa

Auch die Wiener Börse zählt heuer, im Gegensatz zu den Vorjahren, zu den Gewinnern. Um 30,6 Prozent hat der Wiener Leitindex ATX heuer zugelegt. Damit zählte er laut einer Analyse der Raiffeisenbank International (RBI) zu den weltweit am stärksten gestiegenen Aktienindizes im diesem Jahr. Es ist außerdem der stärkste ATX-Kursanstieg seit 2009.

Grund dafür sei die gute Konjunkturentwicklung in Zentral- und Osteuropa, so RBI-Analyst Bernd Maurer. Vor allem heimische Bau-, Immobilien- und Finanzunternehmen seien dort stark präsent. Auch bei der Erste Group sieht man in der guten Entwicklung in Wien die stark gestiegene Wirtschaftsleistung in den östlichen Nachbarländern. Den ATX erwartet der Chefanalyst der Erste Group, Friedrich Mostböck, zu Jahresende 2018 bei 3600 Punkten, um gut fünf Prozent höher als gestern, Freitag.

"Keine Übertreibung im Markt"

Die Crash-Gefahr sieht Nuspl deshalb als gering an, weil es an den Börsen weder übertriebene Euphorie noch Übertreibung bei den Kursen gebe, anders als etwa bei der Internet-Blase zu Beginn der 2000er-Jahre. "Erst wenn eine Riesen-Begeisterung im Markt ist, dann wird es gefährlich", sagt Nuspl. Diese Begeisterung sieht er derzeit nicht.

Auch auf den Anleihemärkten sieht er keine Blase. Das Zinsumfeld sei von den Notenbanken beeinflusst. Nuspl erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts der guten Konjunktur "Schritt für Schritt" zuerst die Anleihekäufe auslaufen lassen werde, um dann langsam die Zinsen wieder zu erhöhen. "In drei bis vier Jahren werden wir wieder normale Verhältnisse auf den Rentenmärkten haben", erwartet Nuspl.

Die ersten Zinserhöhungen der EZB erwartet Nuspl aber erst im Jahr 2019. Das deckt sich mit den Erwartungen bei der Erste Group und bei der RBI. Auch dort geht man von einer Leitzinswende im Jahr 2019 aus. (hn)

 

Börsen 2017 (PDF):



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Artikel 30. Dezember 2017 - 00:04 Uhr
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