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"Mit Verbessern kommt man nicht weit"

LINZ. Innovationsexperte Jens-Uwe Meyer plädiert für Mut zu radikaler Innovation.

"Mit Verbessern kommt man nicht weit"

Jens-Uwe Meyer Bild: Wakolbinger

Das Thema Innovation heften sich viele Unternehmen auf die Fahnen. "Die meisten meinen damit inkrementelle Innovation, also Verbesserungen am bestehenden Produkt. Aber mit Verbessern allein kommt man heute nicht mehr weit", sagte Buchautor und Innovationsexperte Jens-Uwe Meyer am Donnerstagabend bei einer Diskussion der Academia Superior im Linzer Siemens Forum. Nur mit "radikaler Innovation" könne man wirklich große Sprünge machen.

Eine Innovation gilt dann als radikal, wenn sie neue Märkte findet oder schafft und das bisherige Geschäftsmodell sogar über den Haufen wirft. Dass das Mut brauche, zeigen zahlreiche Beispiele wie etwa Kodak. Das Unternehmen hat zwar die erste Digitalkamera erfunden, sich aber nicht getraut, sie umzusetzen, aus Angst das eigene Geschäft der Filmrollen zu torpedieren. Letztendlich führte genau das Jahre später zur Insolvenz. "Es braucht eben nicht nur kreative Köpfe in Unternehmen, sondern auch Führungskräfte, die solche Ideen verstehen und wissen, wie man sie zu Geschäftsmodellen macht", sagte Meyer, der für eine Studie 200 Innovationsmanager aus deutschen Großunternehmen befragt hat.

"Jedes Unternehmen kann für sich innovativ sein. Sogar stockkonservative Versicherungen oder auch Saatguthersteller können in ihren Bereichen neue Zugänge und Produkte finden", sagt der Experte. Die Kunst sei, zu erkennen, was der Kunde braucht, bevor er es selbst weiß. Und: Für echte Innovationen müsse man einen langen Atem haben und im Zweifelsfall auch mutig genug sein, gescheiterte Innovationen abzubrechen.

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Artikel 07. Februar 2015 - 00:04 Uhr
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