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Metaller vor Lohnverhandlungen: "Heuer muss es ordentlich rumpeln"

LINZ/WIEN. Gewerkschaft will mehr wegen guter Konjunktur – Arbeitgeber warnen vor Übertreibung.

Rainer Wimmer  Bild: (Alexander Schwarzl)

Heute in einer Woche starten die diesjährigen Lohn- und Gehaltsverhandlungen für 186.000 Beschäftigte in der Metallindustrie. Angesichts der guten Wirtschaftslage sagt Chefverhandler Rainer Wimmer: "Heuer muss es ein außerordentlich gutes Ergebnis für die Arbeitnehmer geben. Es muss ordentlich rumpeln."

Im Gespräch mit den OÖNachrichten argumentiert der Vorsitzende der Produktionsgewerkschaft Pro-Ge mit vollen Auftragsbüchern, guten Ergebnissen und zuletzt gestiegenen Investitionen bei den Unternehmen. "Die Euphorie unter den Managern ist groß. Selbst die Oberjammerer tun sich schwer. Die Ausreden der Arbeitgeber werden schwach sein", sagt Wimmer: "Wir haben einen Aufschwung, wie wir ihn zehn Jahre nicht hatten." Auf gut Oberösterreichisch ergänzt er: "Heign muast, waunns Weda sche is."

Kein konkreter Prozentsatz

Anders als im Vorjahr geht die Gewerkschaft nicht mit einer konkreten Forderung in die Herbstlohnrunde. Damals haben die Arbeitnehmer bei 0,8 Prozent Inflation drei Prozent mehr Lohn gefordert. Herausgekommen sind letztlich 1,68 Prozent im Durchschnitt für Arbeiter und Angestellte. Für Letzere ist Karl Dürtscher von der GPA-djp Chefverhandler.

Heuer betrage die zugrunde liegende Inflation 1,7 Prozent, sagt Wimmer. Das und einen ordentlichen Teil des Produktivitätszuwachses will er als Abschluss sehen. Um Betriebe nicht dauerhaft mit stark steigenden Lohnkosten zu belasten, kann sich Wimmer auch Einmalzahlungen vorstellen. "Gern. Aber der Grundbeitrag muss nachhaltig sein."

Im Rahmenrecht streben die Gewerkschafter eine Verbesserung für Schichtarbeiter an. Längere Freizeitblöcke könnten Schichtarbeit verträglicher machen. Auch soll es Maßnahmen geben, um das Ansehen der Lehre zu verbessern.

Dass die derzeitigen Arbeitszeitregeln das Wachstum bremsen könnten, wovor die Wirtschaft oft warnt, sieht Wimmer nicht: "Kein einziger Auftrag kann mit den bestehenden Regeln nicht abgearbeitet werden." Außerdem sei man den Arbeitgebern voriges Jahr mit einem Zeitkontenmodell entgegengekommen.

Das sagt auch Oberösterreichs Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer. Die Arbeitszeiten dürften heuer kein zentrales Thema bei den Metallern sein. Weil die Einkommensungleichheit generell zunehme, fordert Kalliauer "kräftige Lohnerhöhungen" nicht nur bei den Metallern: "Damit können wir die positive Wirkung der Steuerreform unterstützen und die Nachfrage weiter ankurbeln."

Die Branchenzahlen seien im ersten Halbjahr zwar positiv, sagt Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI): "Allerdings hatten wir 2016 noch einen Produktionsrückgang und zehn Jahre lang kein echtes Wachstum." Es sei mehr als verfrüht, in Jubelstimmung auszubrechen.

Keine Gespräche "alten Stils"

"Wir müssen verantwortungsbewusst handeln und den Standort stärken, damit der Aufschwung nachhaltig ist", sagt Knill und betont: "Es ist keine Zeit für Kampfrhetorik im alten Stil."

Der Arbeitgebervertreter verlangt, von "jahrzehntelangen Ritualen, nächtelangen Verhandlungen und politischen Inszenierungen" wegzukommen. "Eine Verhandlung alten Stils wird es mit uns nicht mehr geben", sagt Knill.

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Artikel Sigrid Brandstätter und Alexander Zens 13. September 2017 - 00:04 Uhr
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