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Linde startet Verkauf von Logistiksparte

MÜNCHEN / BONN / SEATTLE. Der deutsche Industriegasekonzern Linde hat Insidern zufolge mit dem Verkauf seiner Kühllogistiktochter Gist begonnen.

Linde AG

Bild: Linde AG

Die Münchner hätten die Investmentbank Morgan Stanley damit beauftragt, einen Abnehmer für das Geschäftsfeld zu finden, das mit rund 5.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 570 Mio. Euro erwirtschaftet, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen.

Der neue Linde-Chef Wolfgang Büchele hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, er zählt Gist nicht mehr zum Kerngeschäft seines Hauses, das sich immer mehr auf Industriegase und den dazugehörigen Anlagenbau konzentriert.

Linde erklärte, es gebe keine neuen Entwicklungen in der Sache. Morgan Stanley lehnte eine Stellungnahme zu den Angaben ab.

Ende Jänner sollten die ersten Informationsprospekte an Interessenten für Gist verschickt werden, hieß es am Donnerstag von den Insidern. Als Bieter gelten Logistikfirmen wie die Deutsche Post, UPS, Kuehne+Nagel, Imperial sowie üblicherweise Finanzinvestoren. Erste Angebote werden für Ende Februar erwartet.

Amazon: Pläne für eigenes Zustellnetz

Die Paketzusteller in Deutschland um DHL, Hermes und DPD sind aufgeschreckt: Der Onlinehändler Amazon schickt sich an, mit dem Aufbau eines eigenen Paketnetzes dem Platzhirsch Deutsche Post DHL und seinen Konkurrenten ein dickes Stück aus dem Zusteller-Kuchen wegzuschneiden. In Österreich wird der Markt von der teilstaatlichen Post AG dominiert.

Nachdem der Online-Riese seit Oktober die Zustellung vom Verteilzentrum Olching bei München in Eigenregie testet, kündigteAmazon-Geschäftsführer Bernd Schwenger in der "Deutschen Verkehrs-Zeitung" (Freitagsausgabe) eine Ausweitung an: "Zunächst werden wir andere Metropolen angehen und in Stadtnähe Verteilzentren aufbauen", sagte er dem Blatt.

Ganz neu sind die Pläne freilich nicht. Spekulationen über den Aufbau einer Paketzustellung in Eigenregie gibt es bereits länger. Doch Amazon hatte sich zunächst nicht konkret dazu geäußert. Ob nun mit der Ankündigung, das eigene Paketnetz in Deutschland zu erweitern, schon bald ein neuer Paketdienstleister aus den Startlöchern kommt und die Branche durchwirbelt, bleibt abzuwarten.

"Erste Erfahrungen in Olching sind gut, jetzt müssen die weiteren Ergebnisse abgewartet werden", erklärt Stephan Eichenseher von Amazon Deutschland. Auf dieser Basis falle dann die Entscheidung, ob auch in anderen Städten nach diesem Modell Verteilzentren aufgebaut werden. Diesen Schritt sieht das Unternehmen allerdings als Ergänzung zu den bestehenden Paketdiensten.

Hintergrund ist der anhaltende Onlineboom. Immer mehr Kunden kaufen Waren im Internet. Der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) rechnet 2016 mit einem Anstieg des Sendungsvolumens von 5 bis 5,5 Prozent. Schon 2015 waren es 400.000 Sendungen zusätzlich pro Tag. Weil immer mehr Verbraucher die Auslieferung am nächsten oder gleichen Tag nachfragten, wolleAmazon eigene Kapazitäten aufbauen und näher an die Kunden heranrücken.

Ingo Bertram vom Paketdienstleister Hermes zeigt sich betont zurückhaltend: "Wir werden sehen, was daraus wird." Gelassenheit legt der Aschaffenburger Konkurrent DPD an den Tag: "Wir sehen aktuell keine gravierende Veränderung der Wettbewerbssituation", meint Peter Rey. Branchenprimus DHL sieht Amazon weiterhin als einen wichtigen Kunden, mit dem der Konzern seit vielen Jahren zusammenarbeitet. "Als Qualitätsführer im deutschen Paketgeschäft erbringen wir für Amazon täglich hochwertige Serviceleistungen und gehen deshalb davon aus, dass wir auch in Zukunft eng zusammenarbeiten werden", sagt eine Konzernsprecherin.

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Artikel nachrichten.at/apa 07. Januar 2016 - 17:02 Uhr
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