Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Donnerstag, 30. März 2017, 02:48 Uhr

Linz: 7°C Ort wählen »
 
Donnerstag, 30. März 2017, 02:48 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Wirtschaft

Krugmans Staatspleite-Sager empört Pröll

WIEN. Empört hat Österreichs Finanzminister Josef Pröll (V) am Mittwoch auf Äußerungen des Starökonomen und Wirtschaftsnobelpreisträgers Paul Krugman reagiert, für den Österreich wegen der Osteuroparisiken der Banken ein heißer Pleitekandidat ist.

Paul Krugman Bild: epa

In einer international von Unsicherheiten geprägten Situation mit ständigen Prognosekorrekturen "können wir eines nicht brauchen: nämlich unqualifizierte Äußerungen aufgrund offenkundiger mangelnder Information, die den Wirtschaftsstandort massiv unter Druck bringen können, wenn sie so locker dahingesagt werden", meinte Pröll im Klub der Wirtschaftspublizisten. Es sei beschämend, welcher "Wirtschaftskrieg" da am Rücken des Finanzstandorts Österreich ausgetragen werde. "Glatt falsch" sei Krugmans Analyse. Da sei nichts dran. Aus dem Mund eines Nobelpreisträgers sei das sogar grob fahrlässig.

Ob nach solchen Sagern die "Spreads" wieder unter Druck kommen könnten, kann Pröll nicht abschätzen. Es sei aber "nicht so ohne, dass sich einer hinstellt und solche Pauschalaussagen tätigt, die von der Faktenlage nicht gedeckt sind". Was hinter solchem "Bashing" stehe, könne er nur indirekt ableiten: Der Finanzminister erinnerte daran, mit welchem Argwohn und Neid in den vergangenen 10 Jahren die Osteuropaexpansion der Österreicher beobachtet worden sei, gerade von Ländern, die selber diese Entwicklung verschlafen hätten. Das könnte da mitschwingen.

"Wir sind auf einem Konkurrenzmarkt", sagte Pröll. Offensichtlich nütze diese Diskussion neuen Investoren. "Wenn einer den Marktplatz verlässt, gibt es Raum für wen anderen".

Richtig sei, dass "unsere Banken zwar in Osteuropa stark engagiert" seien. Ohne Bank Austria und Hypo Alpe Adria, die Italien und Deutschland zugerechnet werden, sind die heimischen Banken mit 200 Mrd. Euro mit Krediten dort vertreten. Diese Kredite seien aber zu 85 Prozent in örtlichen Spareinlagen gedeckt. Und keinesfalls bestehe die Gefahr eines Totalausfalls, der gar den österreichischen Staat gefährden würde. "Keine Rede davon". Zwar sei wegen der Krise mit Kreditausfällen der Banken im Osten zu rechnen, Pröll verwies aber auf "realistische" Schätzungen bis zu 10 Prozent. Auch dann würden nicht in allen 20 Ländern flächendeckend auf einmal solche Probleme auftauchen. Pröll machte deutlich, dass in Österreich nur 5,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von den Banken stammen.

Der Finanzminister fürchtet nicht, dass das Triple-A-Rating der Republik Österreich in Gefahr ist.

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at (cs) 15. April 2009 - 12:26 Uhr
Weitere Themen

10 Tipps für günstiges Wohnen

LINZ. Die Immobilienpreise und Mieten steigen stark. Die OÖNachrichten geben Tipps, wie Sie beim Wohnen ...

Das Auftragsbuch der Vamed war 2016 zwei Milliarden Euro schwer

LINZ / WIEN. Der Gesundheitskonzern mit Linzer Ursprung realisiert Großprojekte in 79 Ländern.

Richter Pharma machte erstmals mehr als eine halbe Milliarde Euro Umsatz

WELS. Ergebnis steigt auf 7,2 Millionen – Welser expandieren nun auch in Russland.

Logistiker Hödlmayr fährt auf Hochtouren

SCHWERTBERG. 265 Millionen Euro Umsatz erzielte der Mühlviertler Fahrzeuglogistiker Hödlmayr International.

Oberösterreicher holen drei Preise für Innovation

WIEN. Die Innviertler EV Group wurde am Dienstagabend von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (VP) ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!