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Konzerne lassen sich Sponsoring bei der WM bis zu vier Millionen Euro kosten

SCHLADMING. Etablierte Skirennläufer kassieren pro Jahr zwischen 70.000 und einer halbe Million Euro.

Konzerne lassen sich Sponsoring bei der WM bis zu vier Millionen Euro kosten

voestalpine-Generaldirektor Wolfgang Eder und Maskottchen Hopsi bei der Eröffnung des Schladminger Zielbogens, in den der Linzer Stahlkonzern einen »hohen sechsstelligen Betrag« investierte. Bild: GEPA

Die alpine Ski-Weltmeisterschaft und der Wintersport können mit Fußball oder Tennis zwar nicht mithalten. Die Vermarktung der WM geht dennoch in den deutlich zweistelligen Millionenbereich. Rechteinhaber ist der internationale Skiverband FIS. Er hat die TV- und Werberechte an die EBU (Zusammenschluss öffentlich-rechtlicher Fernsehsender in Europa) verkauft. Die Übertragungsrechte behalten die TV-Anstalten. Die Werberechte hat die EBU bis 2009 an internationale Agenturen weiterverkauft. Weil wegen der Finanzkrise die Preise aber in den Keller rasselten, beauftragt die EBU seit 2011 die Schweizer Agentur Tridem, die Werberechte auf Provisionsbasis an Firmen zu verkaufen. „Das leistungsbezogene Modell funktioniert sehr gut“, sagt Tridem-Gründer Christian Pirzer.

Die FIS hat in den Jahren 2010 und 2011 für die Rechte an fünf Weltmeisterschaften (Alpin, Nordisch, Skifliegen, Snowboard, Freestyle) 79 Millionen Franken (63 Mio. Euro) eingenommen.

Wie viel Geld rund um die WM in Schladming fließt, will niemand preisgeben. Insidern zufolge zahlen die „internationalen Sponsoren“ wie Vattenfall, Milka, Uniqa und Gösser jeweils knapp zwei Millionen Euro. Beim Hauptsponsor, Audi, dürften es rund vier Millionen sein. Die Zahlungen der „nationalen Sponsoren“ wie Raiffeisen und voestalpine bewegen sich deutlich unter einer Million Euro.

Die Werbepakete sind je nach Kategorie verschieden. Audi wird am meisten Präsenz haben – auf den Banden, beim Starthaus, im Zielbereich, auf den Startnummern oder in TV-Spots.

Die voestalpine hat in Schladming auch einen aus Stahl gebauten Zielbogen („skygate“) errichtet. Man habe einen „hohen sechsstelligen Eurobetrag“ investiert, sagt voest-Sprecher Peter Felsbach.

Der Österreichische Skiverband ÖSV bekommt von der FIS einen Betrag für die organisatorische Abwicklung der WM (es dürften rund 30 Millionen sein). Dem ÖSV gehe es nicht um Gewinn, sondern um die Förderung von Skisport, Nachwuchsarbeit und Tourismus, sagt WM-Organisationschef Reinhold Zitz: „Er trägt auch das Risiko.“ Das Budget für die WM macht rund 40 Millionen Euro aus. Neben Ticketerlösen sind für den ÖSV die Vermittlung von nationalen Sponsoren an Tridem/EBU und die Akquisition von 35 Ausstattern wie ÖAMTC, bene und AVE Einnahmequellen. Die Ausstatter erbringen Insidern zufolge Sachleistungen um bis zu 70.000 Euro und dürfen dafür das WM-Logo verwenden.

Eigener Sponsor nur auf Kopf

Ob ein Skirennläufer mit seinem Sport Geld verdient, hängt davon ab, ob er erfolgreich ist. Einnahmequellen der Sportler sind fixe Zahlungen oder Prämien ihres Ausrüsters, Preisgeld bei den Rennen und der Kopfsponsor. Sie dürfen sich – abgestimmt mit dem ÖSV – nur für den Kopf (Helm, Mütze) einen individuellen Sponsor suchen. Von dessen Zahlungen müssen sie 20 Prozent an den ÖSV abliefern.

Auch hier kann man über Zahlen nur mit Insidern spekulieren. Die Sponsoreinnahmen der etablierten, österreichischen Damen bewegen sich zwischen 70.000 und 150.000 Euro pro Jahr (für Logo, Auftritte, eventuell Werbespots), bei den Herren sind es zwischen 100.000 und 500.000 Euro. Marcel Hirscher dürfte am oberen Ende liegen. Auf den Rennanzügen haben nur die ÖSV-Sponsoren Platz.

Raiffeisen hat nach Niki Lauda, Thomas Muster und Hermann Maier (zu Spitzenzeiten angeblich eine Million Euro wert) nun Hirscher unter Vertrag. Man wolle die besten Sportler, sagt Leo Pruschak, Marketingdirektor der Raiffeisen Zentralbank. Die Medienpräsenz führe zu einem Werbewert, der vielfach über der Investitionssumme liege.

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Artikel Alexander Zens 21. Januar 2013 - 00:04 Uhr
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