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Größter Milchbauer verlässt Gmundner Milch

PFAFFING. Johann Konrad gilt mit mehr als 300 Kühen und rund 500 Kälbern als größter Milchbauer Österreichs. Seine Milch liefert er künftig nach Salzburg statt nach Gmunden.

Johann Konrad

Johann Konrad   Bild: oön

Während die meisten österreichischen Molkereimanager über zu hohe Milchmengen klagen, angelt sich die Salzburger Molkerei neue bäuerliche Lieferanten. "Ich habe diese Woche bei der Gmundner Molkerei meinen Liefervertrag gekündigt und bei Salzburg-Milch unterschrieben", berichtet Johann Konrad aus Pfaffing (Bezirk Vöcklabruck). Auch 30 weitere Bauern aus dem Bezirk haben mit ihm einen Vertrag bei den Salzburgern erhalten. Das ist ein Glücksfall für sie, weil sie sonst in der Luft gehangen wären. Beim Großteil von ihnen handelt es sich um ehemalige Mitglieder der Vöcklakäserei in Pöndorf, die vor einigen Jahren wegen der höheren Milchpreise zur deutschen Hochwald-Molkerei gewechselt waren. Die sperrt jedoch nun zu und hat ihre österreichischen Lieferanten gekündigt.

Johann Konrad gilt mit mehr als 300 Kühen und 500 Kälbern als größter Milchbauer Österreichs. Er hat im vergangenen Jahr an seiner Gmundner Molkereigenossenschaft heftige Kritik geübt, weil sie ihren großen Lieferanten die Preise stark gekürzt hatte. "Wir gehen jetzt im Guten auseinander, ich will nichts Schlechtes sagen", kommentiert Konrad. "Konrad hat angesucht, und der Vorstand hat entschieden, ihn vorzeitig aus dem Liefervertrag zu entlassen", sagt Michael Waidacher, der Geschäftsführer der Genossenschaft. Die Kündigung des Jahresvertrags wäre sonst erst zum 31. August möglich gewesen.

Demonstration in Linz
 

Am Freitag demonstrierte die Bergbauernvereinigung in Linz für einen fairen Milchmarkt, unter anderem weil 35 Bauern der ehemaligen Liefergemeinschaft Freie Milch Österreich noch immer keine neue Molkerei als Abnehmer ihrer Milch gefunden haben. Sie sind großteils aus dem östlichen Ober- und dem westlichen Niederösterreich und hoffen, dass sie wieder von einer Genossenschaft aufgenommen werden. Ihnen hatten sie zuvor wegen niedriger Preise und anderer Unstimmigkeiten den Rücken gekehrt, mit dem Modell des eigenen Freie-Milch-Vertriebs jedoch finanziellen Schiffbruch erlitten. "Wir haben zugesagt, dass wir uns an einer gemeinsamen Lösung beteiligen werden", sagt Gmundner-Obmann Josef Fürtbauer: "Es ist keine zustande gekommen. Zusätzliche Milch brauchen wir nicht." Die meisten Lieferanten sind im Einzugsgebiet des Marktführers, der Berglandmilch-Genossenschaft.

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Artikel nachrichten.at 31. März 2017 - 15:31 Uhr
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