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Gerichte streiten um Niki-Insolvenz: Neues Bieterverfahren nächste Woche

WIEN/BERLIN. Landesgericht Korneuburg holt das Konkursverfahren nach Österreich.

Gerichte streiten um Niki-Insolvenz: Neues Bieterverfahren nächste Woche

Das Insolvenzverfahren von Niki soll jetzt plötzlich ganz in Österreich abgewickelt werden. Bild: APA/AFP

Das Landesgericht Korneuburg hat das Insolvenzverfahren der Air-Berlin-Tochter Niki nach Österreich geholt. Damit könnte auch das Bieterverfahren neu aufgerollt werden.

Bei dem gestern, Freitag, eröffneten Konkursverfahren handle es sich um ein Hauptverfahren im Sinne der EU-Insolvenzordnung, heißt es im Konkursedikt, das den Gläubigerschützern KSV, AKV und Creditreform übermittelt wurde. Das Bieterverfahren wird im Eiltempo wiederholt.

Damit haben neben dem bisher geplanten Käufer IAG/Vueling auch Tuifly, der Reisekonzern Thomas Cook (Condor) und Gründer Niki Lauda wieder eine neue Chance für ein Angebot. "Die Angebotsfrist läuft bis 19. 1. 2018. Zur Angebotslegung sind ausschließlich die von der Insolvenzverwaltung eingeladenen Rechtsträger (das sind die letzten Bieter des früheren vorläufigen Insolvenzverfahrens) legitimiert", so Richter Richard Tschugguel im Konkursedikt. Die entscheidende Gläubigerausschusssitzung soll am 22. Jänner stattfinden.

Der deutsche Insolvenzverwalter Lucas Flöther ist mit dem zweiten Hauptverfahren in Österreich nicht einverstanden. "Die Eröffnung widerspricht der Europäischen Insolvenzordnung. Die Niki Luftfahrt GmbH wird nun die zur Verfügung stehenden rechtlichen Schritte prüfen." Priorität habe allerdings der Verkauf an Vueling.

Die österreichische Masseverwalterin, die Wiener Rechtsanwältin Ulla Reisch, wiederum kündigte in einer Aussendung an, umgehend mit Flöther Kontakt aufzunehmen, um ein koordiniertes Vorgehen zu finden. "Das Insolvenzgericht hat eine rasche Verwertung vorgesehen." Es werde zu prüfen sein, ob und inwieweit an einem seitens des deutschen vorläufigen Insolvenzverwalters abgeschlossenen Unternehmens-Kaufvertrag festgehalten werden könne oder ob andere Verwertungsalternativen bestünden.

Eine IAG-Sprecherin sagte, man werde die Lage nach dem Gerichtsentscheid in Österreich weiter beobachten.

Nach Unternehmensangaben betragen die Verbindlichkeiten gegenüber den rund 200 Gläubigern 153 Millionen Euro, davon 48 Millionen Euro gegenüber verbundenen Unternehmen aus dem ebenfalls insolventen Mutterkonzern Air Berlin. Laut Creditreform beträgt die bilanzielle Überschuldung 29,29 Millionen Euro.

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Artikel 13. Januar 2018 - 00:04 Uhr
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