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Gammelfleischskandal in Brasilien

BRASILIA Brasiliens Regierung ist wegen zunehmender Bedenken bei den Importländern im Gammelfleisch-Skandal um Schadensbegrenzung bemüht.

Fleisch

Bild: colourbox

Von den 4.837 Produktionsstätten stünden nach den bisherigen Ermittlungen nur 21 unter Verdacht, in illegale Praktiken verwickelt zu sein. Von diesen hätten aber lediglich sechs in den vergangenen 60 Tagen Fleisch exportiert, teilte die Regierung mit.

Nach Angaben des Portals "Folha de S. Paulo" setzte Chile den Import aus, China, Südkorea und die EU kündigten verschärfte Kontrollen an. Brasilien ist der größte Fleischexporteur und liefert in knapp 160 Länder.

Wie in den vergangenen Tagen bekannt wurde, soll vergammeltes Fleisch mit chemischen Mitteln wieder ansehnlich gemacht und zurück in den Verkauf gebracht worden sein. Bei Razzien wurde mit Salmonellen belastetes Fleisch gefunden, teilweise wurden Schweineköpfe zu Wurst verarbeitet. Rund 20 Verdächtigte wurden bisher festgenommen, gegen 33 Beschäftigte wird ermittelt. Die Regierung betonte, alle Produktionsstätten stünden ausländischen Inspektoren offen.

"Es ist höchst unwahrscheinlich, dass die Rindfleischimporte der EU von den aktuell aufgedeckten Straftaten in Brasilien betroffen sind oder waren", betonte der deutsche Verband der Fleischwirtschaft (VdF). Die Einfuhr von Schweinefleisch aus Brasilien sei in der EU ohnehin nicht zugelassen. Es würden nur ganze Teilstücke geliefert und keine Fleischmischungen oder mit Zutaten verarbeitete Erzeugnisse. Wegen der Transportdauer würden die Lieferungen direkt am Produktionsort vakuumverpackt. Zudem würden Fleischimporte einer veterinären Einfuhruntersuchung unterzogen.

Brasiliens Präsident Michel Temer berief mehrere Krisensitzungen ein und traf sich mit den Botschaftern aus wichtigen Empfängerländern. Um das Vertrauen in das brasilianische Fleisch wieder zu stärken, ging Temer anschließend mit den Vertretern der Botschaften in eine Churrascaria, wo gegrilltes Fleisch und Caipirinha serviert wurden.

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Artikel nachrichten.at/apa 20. März 2017 - 19:17 Uhr
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