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Flixbus will es heuer in die Gewinnzone schaffen

BERLIN. Zahl der Fahrgäste soll um 30 Prozent auf 40 Millionen steigen.

Flixbus will es heuer in die Gewinnzone schaffen

Der deutsche Fernbus-Betreiber dominiert nicht nur in Deutschland den Markt. Bild: Reuters

Das auch in Österreich aktive Fernbus-Unternehmen Flixbus erwartet heuer europaweit ein Fahrgastplus von 30 Prozent auf 40 Millionen. "Wir werden es in diesem Jahr schaffen, im Gesamtunternehmen profitabel zu sein", kündigte Firmenchef Andre Schwämmlein am Wochenende an. In Deutschland, Österreich und der Schweiz schreibe man schon schwarze Zahlen.

Flixbus hat im Mai die Fernbussparte der ÖBB, "Hellö", gekauft. Die Bahn hatte sich nach nicht einmal einem Jahr wieder aus dem Fernbus-Geschäft zurückgezogen. Der österreichische FlixBus-Partner Blaguss übernahm den operativen Betrieb der "Hellö"-Linien mit 1. August.

Aus dem Auto in den Bus

Flixbus dominiert gut vier Jahre nach der Fernbus-Marktfreigabe den deutschen Markt und ist auch in mehreren europäischen Ländern unterwegs. "Wir fahren in Italien und Frankreich jeweils gut 200 Busse, beide Märkte entwickeln sich sehr gut. In Frankreich liegt unser Marktanteil bei 50 Prozent plus, in Italien eher bei 30 Prozent." Jede vierte Flixbus-Verbindung führt über Grenzen.

Schwämmlein sagte, die meisten Fahrgäste wechselten vom Auto auf den Bus. "Natürlich ist die Deutsche Bahn für uns der große, sichtbare unternehmerische Wettbewerber. Aber es werden Bus und Bahn wachsen – auch wenn nicht jeder morgen sein Auto verkaufen wird."

Von der Strecke Berlin–München will sich Flixbus nicht zurückziehen, obwohl die Bahn dort ab Dezember Fahrten von unter vier Stunden über die neue Schnellfahrstrecke anbieten will. "Natürlich werden dann mehr Menschen Bahn fahren", sagte Flixbus-Chef Schwämmlein. "Aber ich gehe davon aus, dass es den Fliegern mehr weh tun wird als uns."

Schwämmlein warnt vor weiteren Entlastungen für die Deutsche Bahn nach der Bundestagswahl. "Wir haben beide bewiesen, dass wir ein attraktives Produkt bauen können", sagte er. "Die DB-Lobby hätte es nicht nötig zu sagen, erlasst uns mal ein paar Milliarden mehr und schiebt gleichzeitig noch ein paar Millionen an Kosten zu den Flixbus-Leuten."

Hintergrund sind Forderungen, die Gebühren für die Nutzung des Schienennetzes nach dem Güterverkehr auch für Personenzüge zu senken. Gleichzeitig gibt es immer wieder Forderungen, die Autobahnmaut auf Busse auszuweiten. "Verkehrspolitisch würde ich das für völligen Wahnsinn halten", sagte Schwämmlein.

Die Bahn könne dann ihre Fahrkarten billiger anbieten. Flixbus aber müsse Ziele in Klein- und Mittelstädten aufgeben, weil sich die Fahrten nicht mehr lohnten. Wer die Maut fordere, müsse auch ehrlich sagen: "Wir möchten eine Busmaut, und wir möchten, dass der Student und der Rentner zehn Prozent mehr für ihr Ticket zahlen."

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Artikel 07. August 2017 - 00:04 Uhr
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