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Fehlende Flugzeuge bremsen Reisebranche aus

LINZ / WIEN. Da drei Viertel der Niki-Flieger nach Deutschland abgezogen wurden, mangelt es an Transportkapazitäten.

Fehlende Flugzeuge bremsen Reisebranche aus

Griechenland und Spanien waren heuer die klaren Sieger der Sommersaison. Bild: Colourbox

Österreichs Reiseveranstalter und die Reisebüros befinden sich umsatzmäßig im Steigflug. "Das wird eines der besten Reisejahre für uns", sagt Helga Freund, Vorstand der Verkehrsbüro-Gruppe, zu der auch die Reisebürokette Ruefa gehört. Auch Felix König, Geschäftsführer von Reisewelt in Linz, erwartet für das Geschäftsjahr 2017 zweistellige Zuwächse beim Umsatz und bei der Anzahl an Kunden. Und doch ist König "nicht uneingeschränkt zufrieden". Denn dieses Jahr könnte noch viel besser laufen, wäre da nicht das "leidige Problem der fehlenden Touristik-Flugzeuge".

Zum Hintergrund: Die Touristikfluglinie Niki war Österreichs wichtigster Ferienflieger. Doch die wirtschaftlich gesunde Air-Berlin-Tochter musste Ende 2016 mehr als drei Viertel ihrer Maschinen nach Deutschland abgeben. In der Folge gibt es zu wenige in Österreich stationierte Flugzeuge und trotz bester Nachfrage eingeschränkte Transportkapazitäten. "Die Reisebüros mussten ab Jänner Tausende von Niki-Kunden für die gesamte Saison umbuchen. Der Aufwand war enorm", sagt König.

Reisebüros profitieren

Vor wenigen Jahren ging den Reisebüros viel Geschäftsvolumen verloren, da die privaten Buchungen über das Internet zunahmen. Nun scheint das Pendel in die andere Richtung auszuschlagen. Terroranschläge und Naturkatastrophen treiben das Geschäft mit Pauschalreisen an. Die Urlauber sichern sich für den Ernstfall lieber mit einer Buchung über ein Reisebüro ab. So ist auch gleich die Betreuung durch den Reiseveranstalter mit inbegriffen. Verkehrsbüro-Chefin Freund: "Bei Ruefa liegt der Sommerumsatz um zwölf Prozent über der Vorjahressaison. Und der Winterumsatz wird dieses Wachstum sogar noch übertreffen." Derzeit verzeichne Ruefa für den Winter ein Plus von 19 Prozent. Die großen Gewinner unter den Winter-Destinationen sind neben Spanien fast alle Fernreiseziele.

Sparen durch frühes Buchen

Freund: "Wir erleben eine Wende. Die Österreicher haben 2017 so früh gebucht wie noch nie." Das bestätigt auch König: "Der Last Minute-Trend von früher ist ab heuer definitiv ausgelaufen." Der Reisewelt-Chef empfiehlt jenen Reisewilligen, die zeitmäßig weniger flexibel sind oder ein bestimmtes Hotel vorziehen, für das kommende Jahr nicht zu lange zuzuwarten. Zudem gäbe es attraktive Frühbucher-Angebote, mit denen sich Reiseveranstalter bereits zu einem frühen Zeitpunkt eine Basisauslastung sichern wollen. "Wer bald dran ist, kann sich zehn bis 15 Prozent des Reisepreises sparen", sagt König.

Abgesehen von den beliebtesten Feriendestinationen der Österreicher – heuer waren das Griechenland und Spanien – rücken auch Fernreiseziele wie Amerika und die Dominikanische Republik stärker ins Blickfeld. "Ein Spitzenreiter ist Thailand – es macht bei uns deutlich mehr als 50 Prozent der Asienreisen aus", sagt der Reisewelt-Geschäftsführer. Bei Ruefa sind wiederum die Malediven ein gut gehendes Fernreiseziel.

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Artikel Susanna Sailer 08. September 2017 - 00:04 Uhr
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