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Das vierte magere Jahr in Folge: Acht Prozent Einkommensminus bei Bauern

WIEN. Die Bauern kommen aus der negativen Preis- und Kostenspirale nicht heraus.

Das vierte magere Jahr in Folge: Acht Prozent Einkommensminus bei Bauern

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Seit 2012 sanken die Einkommen aus Land- und Forstwirtschaft in Österreich durchgehend. Zuletzt im Jahr 2015 um weitere 8,4 Prozent. So hoch war laut dem gestern, Dienstag, vom Landwirtschaftsministerium vorgelegten "Grünen Bericht" der Rückgang des realen, durchschnittlichen landwirtschaftlichen Einkommens je Arbeitskraft in Österreich.

Die Gründe liegen einerseits in den tiefen Preisen bei Weizen, Milch und Schweinefleisch, andererseits an den extremen Wetterverhältnissen des Jahres 2015 sowie in höheren Kosten für Düngemittel, Pachten und Mieten.

Während sich mittlerweile bei Schweinefleisch und Getreide ein positiver Trend abzeichnet und die Situation für Eier, Geflügel, Rindfleisch und Gemüse stabil scheint, bleibe der Markt für Milch und Äpfel angespannt, schätzt Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (VP) die Situation der Bauern nach wie vor als sehr herausfordernd ein. Er besteht auf dem Quartalsrabatt für Bauern bei der Sozialversicherung von 170 Millionen Euro – der Koalitionspartner will nur eine Stundung als Überbrückungshilfe zulassen. Die Verhandlungen laufen.

Ein weiterer Aspekt, warum die Bauerneinkommen weiter schrumpften, liegt in den öffentlichen Zuschüssen. 2015 flossen weniger Agrar-Fördergelder. Der Rückgang betrug hier sechs Prozent auf 1,93 Milliarden Euro.

Nimmt man als Messlatte die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft je Betrieb, sieht die Lage noch dramatischer aus: Um durchschnittlich 17 Prozent sanken die Einkünfte (Erträge minus Ausgaben) der Bauern auf 19.478 Euro. Der Einkommensrückgang fiel bei den Veredelungsbetrieben mit 29 Prozent aufgrund der schlechten Preise für Mastschweine und Ferkel am stärksten aus. Die Einkünfte der Bergbauernbetriebe betrugen im Schnitt 16.722 Euro je Betrieb und lagen um 14 Prozent unter dem Durchschnitt aller Betriebe. Die Einkünfte der Biobetriebe beliefen sich auf 22.812 Euro je Betrieb und lagen damit um 17 Prozent über dem Durchschnitt.

Oberösterreich: Starkes Minus

Den zweitstärksten Einbruch bei den Einkünften je Betrieb musste Oberösterreich mit einem Minus von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. 19.282 Euro lukrierte ein Landwirt in unserem Bundesland. Nur im Burgenland verzeichneten die Bauern keine Einkommenseinbußen.

Die Direktvermarktung von landwirtschaftlichen Produkten – allen voran Fleisch und Milchprodukte – gewinnt eine immer größere Bedeutung für die Bauern als Einkommensquelle. Laut einer heuer durchgeführten Befragung existieren 31.000 Vollzeitarbeitsplätze auf Österreichs Bauernhöfen mittlerweile nur noch auf- grund des Direktverkaufs der Lebensmittel (ab Hof, Bauernladen, Märkte). 27 Prozent aller Landwirte vermarkten einen Teil ihrer Erzeugnisse selbst und erwirtschaften damit im Durchschnitt 34 Prozent ihres landwirtschaftlichen Einkommens. 2010 waren es noch 22 Prozent.

Klar erkennbar ist eine steigende Nachfrage der Konsumenten nach direkt erwerbbaren Lebensmitteln sowie ein Trend zur Professionalisierung der Direktverkäufer. Die Zahl der "Intensiv-Direktvermarkter" steigt.

Alarmierend, aber wenig verwunderlich ist die mangelnde Investitionsbereitschaft der Bauern. Die Nettoinvestitionen lagen 2015 um 29 Prozent unter dem Zweijahresmittel. Der Verschuldungsgrad bleibt mit 11,5 Prozent seit Jahren gleich und europaweit niedrig. (uru)

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Artikel 14. September 2016 - 00:04 Uhr
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