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Das "Duell der Brüder" zwischen Adidas und Puma ist längst Geschichte

HERZOGENAURACH. Markt für Sportartikel war lange in deutscher Hand – heute kommen die Stars aus den USA.

NIke

Symbolbild Bild: (AFP)

Seit sich die Brüder Adolf (Adidas) und Rudolf Dassler (Puma) 1948 so zerstritten hatten, dass sie ihre eigenen Wege gingen, waren ihre beiden Marken die großen Spieler auf dem Markt. Lange Zeit war der Markt für Sportartikel damit praktisch in Familienhand. Worin der Grund für den Streit lag, ist nicht bekannt – und kann auch der Spielfilm "Duell der Brüder" über die Dassler-Brüder, den RTL heute um 20.15 Uhr erstmals ausstrahlt, nur spekulativ beantworten.

Die große Familienfehde, die die fränkische 23.000-Einwohner-Stadt Herzogenaurach über Jahrzehnte spaltete, ist mittlerweile längst Geschichte. Seit vielen Jahren führen externe Manager die Geschäfte. Auch die Hauptkonkurrenten sind andere geworden.

Marktführer bei Sportartikeln ist längst der US-Riese Nike. Das 1964 von Phil Knight als Blue Ribbon Sports gegründete Unternehmen konnte die Schwäche der deutschen Konkurrenten in den 1980er-Jahren nutzen und mit Basketball-Star Michael Jordan als Zugpferd 1989 den Spitzenplatz erobern. Auch wenn Nike zuletzt die Erwartungen der Börsianer, wie berichtet, nicht erfüllen konnte, ist die Nummer-eins-Position mit einem Umsatz von umgerechnet 27,9 Milliarden Euro (per Ende Mai 2015) einzementiert.

Hinter Adidas, das mit 16,9 Milliarden Euro weiterhin unangefochten auf dem zweiten Platz liegt, ist ein enger Kampf um den dritten Stockerlplatz entstanden – den ein Außenseiter für sich entscheiden dürfte.

Die langjährige Nummer drei, Puma, wurde vom US-Emporkömmling Under Armour überholt. Umgerechnet 3,55 Milliarden Dollar setzte das 1996 gegründete Unternehmen (siehe Kasten), das mit Funktionswäsche startete, 2015 um. Für 2016 prognostiziert Gründer Kevin Plank eine weitere Steigerung um 25 Prozent auf 4,44 Milliarden Dollar. Der Mann großer Töne hat sich als Ziel gesetzt, die Marktdominanz von Nike und Adidas zu brechen. Ein Teilziel hat Under Armour bereits erreicht, so konnte man auf dem US-Markt 2014 erstmals Adidas hinter sich lassen und den Vorsprung im vergangenen Jahr weiter ausbauen.

Außerhalb Nordamerikas – dort generiert Under Armour 87 Prozent seines Umsatzes – ist die Marke noch ein Nischenspieler. Doch Europa wurde marketingtechnisch bereits ins Visier genommen. Under Armour ist mittlerweile ein Vollausstatter geworden und hat in Europa prominente Sportler vor seinen Karren gespannt. So werben etwa Österreichs Skistars Anna Fenninger und Marcel Hirscher sowie Snowboard-Olympiasiegerin Julia Dujmovits für die Amerikaner. Im Fußball wird der englische Spitzenklub Tottenham Hotspur ausgestattet, ab nächster Saison auch der bei den Fans äußerst beliebte deutsche Zweitligist St. Pauli.

Nach Europa sollen auch Südostasien und China erobert werden – Geld dafür sollte vorhanden sein, immerhin lag der operative Gewinn zuletzt bei 366 Millionen Euro und soll heuer auf 450 Millionen gesteigert werden.

Puma derzeit kein Goldesel

Puma, das zuletzt im Umsatz um 14 Prozent zulegen konnte, liegt derzeit gleichauf mit dem größten asiatischen Hersteller, dem vor allem für seine Laufschuhe bekannten Asics-Konzern. Das operative Ergebnis der Deutschen lag 2015 allerdings mit 96,3 Millionen Euro bei nicht einmal der Hälfte gegenüber Asics.

Gut möglich ist, dass sich zu Puma und Asics bald eine weitere Marke gesellt. Die US-Firma New Balance, die wie Asics aus dem Laufsegment kommt, erhöhte ihren Umsatz zuletzt auf knapp drei Milliarden Euro, nachdem erst 2012 die Zwei-Milliarden-Marke überschritten wurde. Ein Markenzeichen von New Balance war über viele Jahre die Produktion in den USA und in Großbritannien. Mittlerweile wird ein großer Teil der Schuhe in Asien hergestellt.

 

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Under Amour

Es ist die kitschige Geschichte vom amerikanischen Traum. Der 23-jährige College-Football-Spieler Kevin Plank war mit der angebotenen Sportunterwäsche so unzufrieden, dass er 1996 im Keller seiner Großmutter in Washington D.C. damit begann, Funktionsleibchen zu entwickeln. 17.000 US-Dollar hatte er als Startkapital – das er sich während der Studienzeit als Rosenverkäufer verdient hatte. Neben Thermo-Unterwäsche entwickelte man rasch auch Kampfsportkleidung. Mittlerweile führt Under Armour ein Vollsortiment.

 

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Artikel Stefan Fröhlich 25. März 2016 - 00:05 Uhr
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