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Das Burgerlokal als Hochleistungsrechenzentrum

LINZ. Warum der österreichische Markt für die Fastfood-Kette so gut funktioniert und wie viele McDonald’s-Restaurants das Land verträgt, erzählt McDonald’s-Österreich-Chef Andreas Schmidlechner.

Das Burgerlokal als Hochleistungsrechenzentrum

Andreas Schmidlechner Bild: www.sebastianreich.com

McDonald's hat in den vergangenen beiden Jahren die knapp 200 Standorte in Österreich modernisiert - Bis zu 400.000 Gäste besuchen täglich eines der Burgerlokale von McDonald’s in Österreich. 

 

Während McDonald’s auf dem Heimmarkt USA schwächelt, steigert die Österreich-Tochter jedes Jahr die Umsätze. Warum funktioniert McDonald’s in Österreich besser?

Schmidlechner: Österreich ist ein kleiner, aber innovativer Markt. Außerdem genießen wir im Konzern einen großen Freiheitsgrad. Man muss aber auch sagen, dass jetzt das Geschäft in den USA wieder gedreht wurde. Der Konzern war das achte Quartal in Folge positiv. Die McDonald’s-Aktie ist mit 147 Dollar auf einem Allzeithoch.

Wie sieht die Freiheit im McDonald’s-Konzern aus?

Wir haben in den vergangenen beiden Jahren eine Modernisierungsoffensive umgesetzt und zwischen 150.000 und 200.000 Euro pro Standort investiert. Wir testen hier neue Konzepte und exportieren Innovationen. Ich denke an die Bestellterminals und die my-burger-Plattform. Wir passen das Sortiment an lokale Bedürfnisse an.

Das heißt, Gurkerl im Cheeseburger?

Natürlich auch, an diesem Gurkerl scheiden sich die Geister. Generell haben wir aus unserem Restaurant ein Hochleistungsrechenzentrum gemacht, weil es anders nicht möglich wäre, jeden Burger zu jeder Tages- und Nachtzeit immer frisch und schnell zuzubereiten. Und das für 300.000 bis 400.000 Gäste pro Tag.

Wer ist der typische McDonald’s-Kunde?

Herr und Frau Österreicher. Wir sind in der Mitte der österreichischen Gesellschaft angekommen. Es kommen Schülergruppen ebenso wie die Familien mit den Kleinkindern und die Pensionisten, die bei uns frühstücken. Durch unterschiedliche Angebote wie McCafé haben wir unsere Marke so weit geöffnet, dass wir komplett neue Gästeschichten ansprechen können. Sie können auch glutenfrei und vegetarisch essen.

Natürlich weil McDonald’s als Pionier der Schnellrestaurants mittlerweile auch mit einer Vielzahl an Konkurrenten konfrontiert ist. Heute kann ich an jeder Ecke schnell essen.

Wir sind uns aber immer bewusst, was wir am besten können, und versuchen, immer neue Interpretationen davon zu finden.

Und das wäre?

Gutes Essen, schnell serviert, zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie werden keinen Cheeseburger in dieser Qualität in Österreich um einen Euro finden. Wir beziehen den Großteil unserer Lebensmittel aus Österreich und haben eine extrem kurze Wertschöpfungskette.

Von den knapp 200 Filialen in Österreich wird nur ein Bruchteil in Eigenregie, also vom Konzern selbst, geführt. Soll dieser Anteil gesteigert werden?

Im Gegenteil, wir haben gerade ein paar Standorte abgegeben, haben jetzt zehn Eigenfilialen. Wir sind von unserem Selbstverständnis ein Franchiseunternehmen. Dadurch haben wir unternehmerische Energie und Einsatz vor Ort. Gastronomie muss menscheln.

Wie viele McDonald’s-Lokale verträgt Österreich?

Wir eröffnen ein bis zwei neue Standorte im Jahr. Wir haben natürlich ein dichtes Netz, aber mir würden noch viele weiße Flecken einfallen. Ich sehe Potenzial für weitere zwanzig Standorte, aber das muss sich ergeben. Den Standort Trauner Kreuzung haben wir sicher zehn Jahre im Auge gehabt.

 

195 Standorte betreibt Mc Donald's Österreich und ist damit Marktführer in der heimischen Systemgastronomie

586 Millionen Euro Umsatz machte Mc Donald's im Jahr 2016

159 Millionen Gäste begrüßt der börsennotierte Fastfood-Konzern in Österreich pro Jahr. 

30 Millionen Cheeseburger werden pro Jahr in Österreich verzehrt. Das Klassiker kostet seit 2006 unverändert einen Euro. 

 

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Artikel Susanne Dickstein 20. Mai 2017 - 00:04 Uhr
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