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DAX-Chefaufseher bekommen mehr Geld

DÜSSELDORF. Die Aufsichtsratschefs deutscher DAX-Konzerne sind für das vergangene Jahr üppiger entlohnt worden als 2015. Spitzenreiter war erneut der gebürtige Linzer Paul Achleitner, trotz eines leichten Rückgangs um ein Prozent auf 800.000 Euro.

Notfallplan für die Deutsche Bank?

Der gebürtige Linzer Paul Achleitner ist Aufsichtsratschef der Deutschen Bank. Bild: APA/AFP/DANIEL ROLAND

Die Aufsichtsratschefs deutscher DAX-Konzerne sind für das vergangene Jahr üppiger entlohnt worden als 2015. Ihre Gesamtvergütung stieg deutlich um 8,3 Prozent auf durchschnittlich 386.000 Euro, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des Beratungsunternehmens hkp-Group hervorgeht. Sie lag allerdings unter dem Rekordwert von 390.000 Euro im Jahr 2014.

Spitzenreiter war erneut der Chefkontrolleur der Deutschen Bank, Paul Achleitner - ein gebürtiger Linzer -, trotz eines leichten Rückgangs um ein Prozent auf 800.000 Euro. Auf Platz zwei kam BMW-AR-Chef Norbert Reithofer mit 610.660 Euro, vor Siemens-Chefaufseher Gerhard Cromme mit 605.000 Euro.

Die Topverdiener der 30 deutschen Börsenschwergewichte sind damit allerdings weit entfernt von dem Rekord von 1,48 Millionen Euro, den der ehemaligen VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch (ein gebürtiger Wiener) im Jahr 2014 erhielt. Sein Nachfolger Hans Dieter Pötsch (geboren in Österreich) kam der Studie zufolge im Vorjahr auf 585.800 Euro. Am Ende der Skala steht Adidas-Chefkontrolleur Igor Landau mit 205.250 Euro.

Zwar fiel der Anstieg bei den obersten Aufsehern stärker aus als bei den Vorstandschefs der DAX-Konzerne, die im vergangenen Jahr auf ein Plus von 7,3 Prozent kamen. Dennoch verdienten die Unternehmenslenker im Schnitt mehr als das 14-Fache. "Die Wertschätzung der Aufsichtsratsarbeit ist weiterhin gering im Vergleich zum Vorstand", kritisierte hkp-Senior Partner Joachim Kayser.

Die Anforderungen an die Chefkontrolleure und deren Arbeitsbelastung seien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Der Aufsichtsratsvorsitzende sei mitverantwortlich für die strategische Entwicklung des Unternehmens und wende geschätzt 50 Arbeitstage für seine Aufgabe auf. Bei Banken dürfte es noch deutlich mehr sein, sagte Kayser. "Die Vergütung entspricht aber der eines Mitarbeiters aus der dritten Reihe."

Kritisch sehen die Berater auch den Trend zur reinen Festvergütung von Aufsichtsräten. Einschließlich der geplanten Änderungen bei Volkswagen zahlen den Angaben zufolge 19 DAX-Konzerne den Kontrolleuren inzwischen ausschließlich einen festen Betrag. Das Problem: "Es gibt mehrere Fälle, wo das Ergebnis abgesackt ist, die Vergütung aber unverändert blieb", kritisierte Kayser. Vor drei Jähren habe es bei allen DAX-Konzernen noch variable Anteile gegeben, die von der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens abhängen.

Im internationalen Vergleich steht der Verwaltungsratspräsident des Schweizer Nahrungsmittelmultis Nestlé, Peter Brabeck-Letmathe, mit 5,4 Millionen Euro an der Spitze. Auf Rang zwei folgt der frühere Bundesbank-Präsident und jetzige UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber (5,2 Mio. Euro).

Die Aufgaben des Verwaltungsratspräsidenten unterscheiden sich von denen eines Aufsichtsratschefs, in der Regel ist es auch ein Vollzeitjob. "Allerdings ist das Vergütungsniveau weder allein damit noch durch die Unternehmensgröße zu erklären", erläuterte hkp-Partnerin Regine Siepmann. "Schweizer Unternehmen bewegen sich in einer historisch gewachsenen eigenen Vergütungswelt."

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Artikel nachrichten.at/apa 20. April 2017 - 13:57 Uhr
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