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Constantia Flexibles verkauft Etikettensparte in die USA

WIEN/CINCINNATI. Mit 16,6 Prozent wird die Constantia zudem größte Multi-Color-Aktionärin. 

Gerüchte gab es länger, jetzt ist es fix: Der heimische Verpackungsriese Constantia Flexibles (im Bild: Vorstandsvorsitzender Alexander Baumgartner) verkauft die Etikettensparte an das Unternehmen Multi-Color.  Bild: Constantia Flexibles

Gerüchte, wonach der heimische Verpackungsriese Constantia Flexibles seine Labels Division (Etikettensparte) abstoßen könnte, hat es schon des Längeren gegeben. Am Montag schließlich kam die offizielle Mitteilung: Um 1,15 Milliarden Euro geht die Sparte an den US-Etikettenriesen Multi-Color Corp (MCC). Zudem wird die Constantia im Zuge der Transaktion größter Multi-Color-Aktionärin - mit 16,6 Prozent.

Der Großteil der Transaktion wird direkt in bar bezahlt, zusätzlich bekommt die Constantia Flexibles für ihre Sparte die Multi-Color-Aktien. Die Einnahmen will Constantia Flexibles für weitere Zukäufe und eine Reduzierung der Verschuldung nutzen. Und: "Wir werden uns auf die Stärkung unserer bestehenden Divisionen Food und Pharma konzentrieren - mit innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie neuen Technologien", so Alexander Baumgartner, CEO von Constantia Flexibles, in einer Unternehmensaussendung vom Montag.

Zwei Vertreter der heimischen Firma, die mehrheitlich dem französischen Finanzinvestor Wendel Group und maßgeblich auch der Thurnauer Privatstiftung gehört, werden künftig im Board of Directors der Amerikaner aus Cincinnati, Ohio sitzen. Ein Closing ist vorbehaltlich aller behördlichen Genehmigungen fürs vierte Quartal heuer avisiert.

"Nach einer detaillierten Strategieüberprüfung haben wir beschlossen, dass unsere leistungsstarke Labels Division besser zu einem anderen Partner passen würde, der ihr anhaltendes Wachstum weiter vorantreibt", so Baumgartner.

Multi-Color: Einer der größten Etikettenhersteller

Multi-Color ist schon mehr als 100 Jahre alt (gegründet 1917) und gehört zu den größten Etikettenhersteller weltweit. Prominente Marken werden mit Etiketten für Gesundheitsprodukte, Haushaltswaren, Lebensmittel, Getränke, Körperpflegemittel und Gebrauchsgüter beliefert. Das Unternehmen ist mit 5.500 Mitarbeitern fast doppelt so groß wie die Labels Division der Constantia Flexibles, die offenkundig gut ins Konzept der Amerikaner passt. An 45 Produktionsstandorten wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 (per Ende März 2017) ein Umsatz von 923 Millionen Euro generiert. Gemeinsam kommen beide Unternehmen - zieht man den Vorjahreswert der Constantia von 605 Millionen Euro heran - auf einen Umsatz von gut 1,5 Milliarden Euro.

In der Unternehmensaussendung der Constantia Flexibles ist weiters von einer "wertsteigernden Transaktion" die Rede. Diese vereine den Lebensmittel- und Getränkebereich von Constantia Labels mit den starken Plattformen für Wein und Spirituosen sowie Haushalt und Körperpflege von Multi-Color. "Außerdem erweitert sie die geografische Präsenz der Unternehmensgesellschaft und schafft langfristige Synergien, von denen alle Beteiligten profitieren."

Der leitende Vizepräsident ("EVP") der Labels Division der Constantia Flexibles, Mike Henry, wird nach Abschluss der Transaktion designierter CEO von Multi-Color. Er werde eng mit dem derzeitigen Noch-CEO Vadis Rodato zusammenarbeiten, der nach einer Übergangsphase Anfang 2018 in den Ruhestand geht. Nigel Vinecombe bleibt in seiner aktuellen Funktion als Executive Chairman von Multi-Color.

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Artikel nachrichten.at/apa 17. Juli 2017 - 16:46 Uhr
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