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Butter: Bauern-Vertreter gegen "Panikmache"

LINZ. Der Milchpreis für die Bauern hat zuletzt angezogen. Das sei auch dringend notwendig gewesen, betonte heute, Montag, Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Die starken Preissteigerungen bei Butter relativierte er.

Kammer-Direktor Friedrich Pernkopf (l.), Präsident Franz Reisecker, Milch-Experte Michael Wöckinger Bild: LK OÖ

Für die heimischen Milchbauern besteht angesichts der jüngsten Erzeugerpreis-Entwicklung der "Hoffnungsschimmer", dass er länger so hoch bleibt beziehungsweise noch geringfügig weiter steigt. Diese Einschätzung gab Reisecker bei einer Pressekonferenz in Linz ab. Die Interessenvertretung rät aber ihren Mitgliedern, sich auf mögliche Krisenzeiten vorzubereiten. 

Der Milchmarkt ist seit dem letzten Quartal 2016 wieder im Aufschwung: Durchschnittlich bekommen die Bauern aktuell gut 37 Cent pro Kilogramm. Das ist etwa so viel wie 2014. Dazwischen lag ein Abschwung. Die Talsohle wurde im Juni 2016 mit knapp unter 27 Cent erreicht. Die steigenden Milchfettpreise haben verschiedene Gründe: Wegen der Preissituation 2015 und 2016 ist die Anlieferung zurückgegangen, jetzt wird wegen der Diskussion um Palmöl und dem guten Image von Butter verstärkt Butterfett in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt. Außerdem ist der Käseabsatz gut, der ebenfalls Fett "bindet". 

Beim für die Konsumenten gestiegenen Preis für Butter fordert die Landwirtschaftskammer "Realismus": Die Zunahme sei von sehr niedrigem Niveau ausgegangen: 2015 und 2016 waren durchschnittlich 1,70 Euro für eine Packung zu 250 Gramm zu bezahlen, im ersten Halbjahr knapp 1,90 und derzeit 2,39 Euro. Bei einer angenommenen Preissteigerung um 50 Cent pro Viertelkilo errechneten sich - bei einem Verbrauch von fünf Kilo pro Person und Jahr - Mehrkosten von zehn Euro. Sorge über "Butterpreis-Explosionen" oder drohende Nichtverfügbarkeit seien nicht angebracht, und die Bauern fordern vom Handel, dass dieser übertriebene Panikmache unterlasse. Das könnte Hamsterkäufe und spätere Preisabstürze zur Folge haben. Es werde genug Butter in den Regalen geben, die Milchproduktion ziehe nun wieder an.

Bei den Bauern komme jetzt auch etwas an, bestätigten Reisecker, Kammer-Direktor Friedrich Pernkopf und Milch-Experte Michael Wöckinger. Damit könnten die Betriebe wieder Eigenkapital bilden, verschobene Ersatzinvestitionen zur Weiterentwicklung unter anderem bei der Qualitätssicherung nachholen, um sich auf mögliche künftige Krisen auf dem internationalen Milchmarkt vorzubereiten. 

In Österreich gibt es rund 28.500 Milchbauern. Diese halten 540.000 Kühe. 2016 haben sie etwa 3,19 Millionen Tonnen Milch geliefert - 2,1 Prozent der EU-Menge. Das bedeutet einen Durchschnitt von 18,9 Tieren und 111.000 Kilo Milch pro österreichischem Betrieb. Oberösterreich spielt dabei eine große Rolle: Hier gibt es 7800 Milchviehbetriebe mit 166.200 Kühen, die rund 1,02 Millionen Tonnen liefern. Der oberösterreichische Durchschnitt liegt somit bei 22 Kühen und 130.000 Kilogramm pro Betrieb. 99,3 Prozent der Milch erreichen die Qualitätsklasse 1 ohne Abzüge, 87,68 Prozent sogar die S-Klasse mit Zuschlägen für besonders hohe Qualität.

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Artikel 11. September 2017 - 16:07 Uhr
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