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Bruckmüller-Pleite: Ursache waren "Preise und FC Tirol"

SIERNING/WELS. Die Probleme des oberösterreichischen Reifenhändlers Bruckmüller führen nun doch in die Insolvenz. Der Einstieg eines Investors ist vorerst gescheitert. Heute hat die Gruppe vier Anträge auf ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eingebracht.

Bruckmüller-Pleite: Ursache waren "Preise und FC Tirol"

2002: Bruckmüller mit Jogi Löw, als die Welt beim FC Tirol zumindest sportlich noch in Ordnung war Bild: OON

Lange war versucht worden, die Firmengruppe außergerichtlich zu sanieren. Jetzt musste Firmenchef Othmar Bruckmüller doch den Weg zum Insolvenzrichter antreten. Am Donnerstag brachte er selbst sowie für drei seiner Firmen den Antrag auf ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht Steyr ein.

Nach Berechnungen des Gläubigerschutzverbandes Creditreform haben die Unternehmen Schulden von 51,4 Millionen Euro, denen Aktiva von knapp zehn Millionen Euro gegenüber- stehen. Betroffen sind von den Insolvenzen insgesamt 111 Dienstnehmer und 380 Gläubiger. Diesen wird eine Quote von 20 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren.

Bruckmüller hat als persönlich haftender Gesellschafter selbst Insolvenz angemeldet, betroffen sind weiters der Hans Bruckmüller Reifengroßhandel in Kremsmünster sowie die Niederlassungen in Sierning und Wels. Die anderen Niederlassungen der Gruppe sind nicht insolvent.

Suche nach Investoren scheiterte

Wie exklusiv berichtet, hatten die Gläubiger in den vergangenen Monaten das Vertrauen in Bruckmüller verloren und zweifelten an der Zukunft des Unternehmens. Dabei wurde versucht, Investoren zu finden, die eine Weiterführung ermöglichten. Im Gespräch war dabei Polytec-Gründer Friedrich Huemer, der zumindest Interesse bekundete, Immobilien der Gruppe zu kaufen und dieser zu vermieten. Auch über einen Einstieg ins Unternehmen wurde verhandelt. Dies sei aber letztlich nicht mehr realisiert worden, heißt es im Insolvenzantrag.

Als Ursache für die Pleiten werden der Preisverfall und die Konkurrenz über das Internet angegeben. Demnach seien Reifen übers Netz unter Einstandspreis verkauft worden.

Aber auch das Engagement Bruckmüllers beim Fußballverein FC Tirol wird als mittelfristige Ursache genannt. Wie berichtet, war Bruckmüller zunächst Vizepräsident des zunächst sehr erfolgreichen Vereins (Meistertrainer war der jetzige DFB-Teamchef Joachim Löw). Als die Qualifikation für die Champions League verpasst wurde, kam der Verein auch finanziell ins Schleudern. Bruckmüller wollte als Präsident den Verein retten, was aber misslang. Der FC Tirol ging pleite. Bruckmüller verlor dabei viel Geld.

 

 

Die Details: 

Die Hans Bruckmüller Reifengroßhandel G.m.b.H. in Kremsmünster hat am Landesgericht Steyr den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Sie beschäftigt rund 90 Mitarbeiter. 200 bis 300 Gläubiger sind betroffen. Aktiva von 7,7 Millionen Euro stehen Passiva von etwa 40,9 Millionen Euro gegenüber, wie Creditreform, AKV und KSV in Aussendungen berichteten.

Die Reifen Bruckmüller G.m.b.H. in Wels (13 Dienstnehmer, ca. 90 Gläubiger, 1,08 Millionen Euro Aktiva, 5,9 Millionen Euro Passiva), die Reifen Bruckmüller G.m.b.H. in Sierning (8 Dienstnehmer, 50 Gläubiger, 0,8 Millionen Euro Aktiva, 4,6 Millionen Euro Passiva) und Geschäftsführer Othmar Bruckmüller haben ebenfalls Sanierungsverfahren beantragt. Nicht von der Insolvenz betroffen sind die Reifen Bruckmüller G.m.b.H. in Leonding und die Reifenland Bruckmüller G.m.b.H. in Linz.

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Artikel Dietmar Mascher 09. November 2017 - 17:24 Uhr
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